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Das Niedrigzinsumfeld stellt die Anleger vor neue Herausforde-rungen. Auf den ersten Blick haben sich die deutschen Sparer dabei achtbar aus der Affäre gezogen: Die robuste Geldvermögensentwicklung der letzten Jahre setzte sich auch 2015 fort, der Vermögensbestand der privaten Haushalte kletterte auf ein neues Rekordniveau. Die Niedrigzinsen scheinen den deutschen Sparern also auf den ersten Blick wenig anzuhaben. Bei näherem Hinschauen wird jedoch deutlich, dass diese Entwicklung vor allem Resultat hoher Sparanstrengungen ist. Denn trotz Minizinsen halten die Deutschen an ihrer konservativen Anlagepolitik fest – und verzichten so auf Rendite.

Allianz SE
München, 15.04.2016
Allianz-

Wie die Deutsche Bundesbank heute mitteilte, verbuchte das private Geldvermögen im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 4,6%. Insgesamt erreichte das in Bankeinlagen, Wertpapieren, Versicherungen und Pensionen gehaltene Vermögen den historischen Höchststand von EUR 5.318 Mrd. Seit 2012 war damit ein jährlicher Zuwachs von durchschnittlich 4,5% zu beobachten, pro Kopf summiert sich der Anstieg im Mittel auf annähernd EUR 10.000.


Die deutschen Sparer verfolgen seit jeher eine konservative Anlagestrategie. Gut 39% ihrer Ersparnisse hielten die Haushalte im letzten Jahr als Bargeld oder Einlagen bei Banken, trotz Nullzinspolitik und realen Wertverlusten. Weitere 38% investierten sie in Versicherungen und Pensionen. Wertpapiere spielen im Vermögensportfolio hingegen nur eine untergeordnete Rolle. So kommen Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Investmentfondsanteile und sonstige Anteilsrechte in Summe auf lediglich rund 22% des Portfolios.


Die Konsequenz: Die Sparer konnten von den Wertveränderungen in der Vergangenheit kaum profitieren, was sich in einer mageren Vermögensrendite widerspiegelt. Seit 2012 ging die nominale Rendite kontinuierlich zurück, von 4,0% auf schätzungsweise 3,1% im letzten Jahr.


In realer Rechnung reduziert sich die Vermögensrendite in diesem Zeitraum auf durchschnittlich 2,3% pro Jahr. Vor dem Hintergrund boomender Aktienmärkte ist diese Performance eher enttäuschend. In den früheren Jahren schnitten im europäischen Vergleich nur die Österreicher schlechter ab. Selbst die Haushalte in den Krisenländern Spanien und Portugal erzielten auf ihr Geldvermögen in den letzten Jahre reale Renditen, die beinahe dreimal so hoch waren wie die der deutschen Haushalte. Darin spiegelt sich ihre mehr auf Risikopapiere wie Aktien ausgerichtete Portfoliostruktur wider. Denn Vermögensrenditen sind nicht nur Folge der herrschenden Marktbedingungen, sondern vor allem auch eine Funktion des Anlageverhaltens.


Angesichts des insgesamt relativ stabilen Vermögenswachstums stellt diese schwache Rendite hierzulande noch kein gravierendes Problem dar, aus zwei Gründen: Zum einen sind die Deutschen nach wie vor die emsigsten Sparer in Europa, der guten Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung sei Dank. Zum anderen kommt den Sparern in Deutschland die niedrige Inflationsrate entgegen. Wenn die Teuerungsrate in Zukunft aber wieder auf den Zielwert von 2% steigen wird, bleibt den Haushalten unter dem Strich von ihrer Rendite kaum mehr etwas übrig.

  Kontakt

Kathrin Brandmeir

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Dr. Arne Holzhausen
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