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Brexit bremst die Wirtschaft

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Das Wachstum der britischen Wirtschaft ist im zweiten Quartal erneut schwach ausgefallen. In einem schleichenden Prozess muss sich Großbritannien von den hohen Wachstumsraten der letzten Jahre verabschieden. Die durchschnittliche Wachstumsdynamik im laufenden Jahr dürfte sich mehr als halbieren im Vergleich zum Vorjahr. Langfristig muss Brexit kein wirtschaftliches Desaster werden, aber ein EU-Austritt Großbritanniens dürfte zumindest in der Übergangsphase mit hohen Kosten für die britische Wirtschaft verbunden sein.

Allianz SE
München, 26.07.2017

Laut der heute veröffentlichten BIP-Schnellschätzung ist die britische Wirtschaft in den drei Monaten bis Juni nur 0,3% Q/Q gewachsen nach 0,2% Q/Q im Vorquartal. Der einzige positive Wachstumsbeitrag kam vom Dienstleistungssektor (+0,5 Prozentpunkte). Detaillierte Ergebnisse zu den Komponenten liegen zwar noch nicht vor, aber aus Monatsdaten und Stimmungsumfragen lässt sich schließen, dass der private Konsum im zweiten Quartal weiterhin die wichtigste – wenn auch zunehmend wackelige – Stütze der britischen Wirtschaft war.

Die negativen Auswirkungen des Brexit-Votums auf die britische Wirtschaft werden immer deutlicher. Der zunächst gefürchtete Wachstumseinbruch unmittelbar nach dem Referendum ist zwar ausgeblieben, stattdessen muss Großbritannien jedoch in einem schleichenden Prozess von den hohen Wachstumsraten der letzten Jahre Abschied nehmen. Seit dem Jahreswechsel 2016/17 hat sich die britische Konjunktur merklich abgekühlt. Insbesondere die erhöhte Unsicherheit über den Ausgang der Austrittsverhandlungen mit der EU und die steigenden Verbraucherpreise – Folge der starken Pfundabwertung – belasten die britische Wirtschaft. Im laufenden Jahr dürfte sich das durchschnittliche Wachstumstempo im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbieren von 0,5% Q/Q auf 0,2% Q/Q.  Insgesamt rechnen wir damit, dass sich der BIP-Anstieg im Jahresdurchschnitt 2017 auf 1,4% verringert nach 1,8% im Vorjahr. Mit dem Wachstumstempo von annähernd 2% im Euroraum im laufenden Jahr kann die britische Wirtschaft eindeutig nicht mithalten.

Mittel- bis langfristig hängen die Auswirkungen auf die britische Wirtschaft maßgeblich von der Neuregelung des Verhältnisses mit der EU ab. Ein Freihandelsabkommen zwischen EU und UK mit bedeutenden Sektorabkommen, insbesondere für Dienstleistungen, ist unserer Ansicht nach immer noch das wahrscheinlichste Szenario. Allerdings dürften die Wirtschaftsbeziehungen zur EU nach dem Brexit deutlich weniger eng und vorteilhaft sein, als es zurzeit noch der Fall ist. Wichtige Säulen der britischen Wirtschaft – wie etwa die Finanzindustrie – könnten zukünftig an Bedeutung verlieren. Brexit muss zwar kein wirtschaftliches Desaster werden, aber Großbritanniens Wirtschaftsmodell wird sich an neue Rahmenbedingungen anpassen müssen, was zumindest in der Übergangsphase mit wirtschaftlichen Kosten verbunden sein dürfte.

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