Economic ResearchPublikationenSpezialthemenNach Finanzkrise und Rezession: Gedämpftes Wachstum als Chance

Nach Finanzkrise und Rezession: Gedämpftes Wachstum als Chance

Service & Kontakte

Dr. Lorenz Weimann

Allianz SE
Tel. +49.69.24431-3737
Fax +49.69.24431-6791

E-Mail senden

Wir informieren Sie zeitnah über News und Termine der Allianz Gruppe.

Abonnieren

Folgen Sie uns auf Twitter.

Mehr

  • Kontakt

  • Newsletter

  • Social Media

Das Besondere und das Bedrohliche an der aktuellen Wirtschaftskrise ist sicherlich die Wechselwirkung zwischen der realen Konjunkturschwäche und der Finanzkrise. Ohne eine Erholung der Konjunktur wird es sehr schwer, die Bankenmärkte wieder in Ordnung zu bringen und ihre Funktionsfähigkeit herzustellen. Auf der anderen Seite ist der Funktionsmangel der Finanzmärkte ein erhebliches Hindernis bei der Überwindung der Wirtschaftsschwäche.


, 29.01.2009

Aber die vielleicht noch wichtigere Frage ist, was kommt nach der Wende? Sicher ist, dass es in den nächsten fünf Jahren belastende Faktoren für das Wirtschaftswachstum geben wird. Die Frage ist aber, ob diese Faktoren so stark sind, dass sie die tieferliegenden expansiven Kräfte in der Weltwirtschaft auf Dauer dominieren.

Was wir zur Zeit beobachten, ist eine Korrektur von Übertreibungen, die vor allembei den Investitionen im Laufe des Booms entstanden sind. Hintergrund ist, dass dieSachkapitalrendite sich sehr weit von den Kosten für die Beschaffung von Fremdkapitalentfernt hat. Hier ist in den letzten Jahren weltweit eine große Diskrepanz entstanden.

Es bedarf eines Abbaus dieser Übertreibungen – insbesondere auch in den EmergingMarkets. Bei den Aktienkursen ist das bereits geschehen, und bei den  Immobilienpreisen ist der Prozess in vollem Gange. Der notwendige Kapazitätsabbau, der in manchen Sektoren – Stahl, Automobil, Elekronik – durch einen überreichlichen Kapitalfluss in die Emerging Markets und überhöhte Investitionsquoten entstanden ist, wird länger dauern.

Für die Weltwirtschaft im Ganzen muss dies nicht von Nachteil sein. Der Abbau derUngleichgewichte kann voranschreiten. Kapazitätsaufbau nur zum Zwecke des Exportswird es in geringerem Umfang geben. Das weltwirtschaftlichen Wachstum wirdüber Jahre hinweg moderater sein als in den letzten Jahren. Eine weltwirtschaftlicheStagnation steht aber nicht bevor.

Dr. Michael Heise

Tel.: 49 / 69 / 2 63 – 5 52 87

e-mail: michael.heise@dresdner-bank.com