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Mit dem Unerwarteten rechnen

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Die Zukunft beginnt meistens, bevor man darauf vorbereitet ist. Diese Binsenweisheit hat sich im Jahr 2009 mit seinen zwei völlig unterschiedlichen Halbjahren auf jeden Fall bewahrheitet. In der ersten Jahreshälfte befanden sich die meisten Volkswirtschaften noch in einer Abwärtsspirale und rangen damit, die Auswirkungen der Finanzkrise in den Griff zu bekommen, die in hohem Umfang Vermögen vernichtet und eine große Unsicherheit ausgelöst hatte.


, 16.12.2009

Sowohl staatliche als auch private Konjunkturbeobachter haben ihre Prognosen an den massiven Rückgang der Indikatoren angepasst, sich bei den Korrekturen dann jedoch von allzu großem Pessimismus leiten lassen. Eine V-förmige Erholung wurde als abwegig abgetan; die meisten Experten gingen von einer L-Form aus (siehe unseren Financial Market Outlook “No L on Earth” vom März 2009). Aber es sollte anders kommen. Im zweiten Quartal ließ die Unsicherheit nach, was nicht zuletzt den von Regierungen weltweit eingeführten umfangreichen Konjunkturpaketen zu verdanken war. Die weltweiten Handelsaktivitäten und internationalen Exporte zeigten keinen ganz so drastischen Rückgang mehr, das Bankensystem stabilisierte sich und stark gesunkene Lagerbestände mussten wieder aufgestockt werden. Auf diese Weise wurde die Mehrzahl der Beobachter von einer Trendwende in den großen Volkswirtschaften überrascht, die in der zweiten Jahreshälfte 2009 trotz steigender Arbeitslosenzahlen einsetzte. Damit hat sich wieder einmal gezeigt, dass zyklische Faktoren in der Wirtschaft nur schwer vorauszusehen sind und Volkswirte in Abschwungphasen dazu neigen, strukturelle und fundamentale Probleme überzubewerten.

Was bedeutet dies für 2010 und die kommenden Jahre? Anfang 2010 – das zeigen die Indikatoren – wird die Weltwirtschaft ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Mit Blick auf das Gesamtjahr dürften die finanzpolitischen Konjunkturspritzen und die verzögerte Wirkung der geldpolitischen Konjunkturmaßnahmen für ein ausreichendes Polster sorgen, um den Aufwärtstrend in den Volkswirtschaften zu stützen.

Dr. Michael Heise

e-mail: michael.heise@allianz.com