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Allianz Global Wealth Report 2017

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Die Allianz hat die achte Ausgabe ihres „Global Wealth Reports“ vorgestellt, der die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern analysiert. 2016 war demnach zwar politisch ein äußerst turbulentes Jahr, die Entwicklung der privaten Geldvermögen hat darunter aber nicht gelitten. Im Gegenteil: Nach einem schwächeren Jahr 2015 (+4,7%) wuchs das weltweite Brutto-Geldvermögen im letzten Jahr wieder um 7,1%, was ziemlich genau dem Durchschnitt der Nachkrisenjahre entspricht. Weltweit kletterte das Geldvermögen damit auf knapp EUR 170 Billionen.

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Munich, 27.09.2017

Zu verdanken ist diese gute Entwicklung in erster Linie der Jahresendrallye an den Aktienmärkten, vor allem in den Industrieländern. Knapp 70% des Vermögenzuwachses ging 2016 auf das Konto von Wertveränderungen im Bestand, nur gut 30% entfielen auf Mittelzuflüsse; im Jahr zuvor war dieses Verhältnis noch genau umgekehrt. Die Zusammensetzung der frischen Spargelder offenbart dabei eine Überraschung: Die Privatanleger verkauften per Saldo Wertpapiere und trugen zwei Drittel ihrer Ersparnisse zu den Banken – ein neuer Rekordwert. „Das Sparverhalten der Privatanleger ist weiterhin von großer Risikoscheu geprägt“, sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz. „Während das Geldvermögen im Durchschnitt der letzten Jahre vor allem von der guten Entwicklung der Wertpapiermärkte profitierte, fließen neue Gelder hauptsächlich in Bankeinlagen, nicht zuletzt auch in den Industrieländern. Und das obwohl sie dort nicht nur keinen Ertrag mehr abwerfen, sondern vielmehr an realem Wert verlieren: Allein im letzten Jahr dürften die Sparer in den Industrieländern durch die Geldentwertung Einbußen in Höhe von rund EUR 300 Mrd. erlitten haben; 2017 dürfte sich dieser Wert mit der Rückkehr der Inflation verdoppeln. Für Finanzindustrie, Wirtschaft und Politik beschreibt dieses Paradoxon eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre: Wie schaffen wir die Bedingungen, dass Privatanleger nicht nur sparen, sondern langfristig und mit Gewinn investieren? Vor dem Hintergrund des notwendigen Aufbaus von Altersvorsorgevermögen einerseits und einem hohen Investitionsbedarf andererseits machen wir derzeit aus den Möglichkeiten des globalen Reichtums zu wenig.“

Die Wachstumsbeschleunigung im letzten Jahr ging hauptsächlich von den Industrieländern aus. Hier hat sich die Wachstumsrate der Vermögen auf 5,2% verdoppelt, sie blieb aber dennoch unter dem globalen Trend. Spitzenreiter beim Vermögensaufbau war 2016 erneut Asien (ex Japan) mit einem Zuwachs von 15%. Auch im langfristigen Vergleich dominiert Asien, vor allem wenn dabei auch die Inflationsentwicklung berücksichtigt wird: Real wuchsen die Brutto-Geldvermögen pro Kopf hier seit 2006 um knapp 11% pro Jahr; die beiden anderen aufstrebenden Regionen, Lateinamerika und Osteuropa, verbuchten nur Werte um die 5% – was aber immer noch mehr als doppelt so hoch ist wie das Expansionstempo in Nordamerika (+ 2,1%) und Westeuropa (+1,4%). Dadurch hat sich der Anteil der drei Schwellenländer-Regionen Lateinamerika, Osteuropa und Asien (ex Japan) am globalen Brutto-Geldvermögen in den zurückliegenden zehn Jahren mehr als verdoppelt und belief sich Ende 2016 auf knapp 23%. Ihr Gewicht in Bezug auf den absoluten Vermögenszuwachs ist mit 42% sogar noch größer, wobei dies jedoch vor allem auf die Entwicklung in China zurückgeht, das seit 2006 allein rund 30% zum weltweiten Wachstum beigetragen hat.