Historische Chance, Weichen für grünes und soziales Wachstum zu stellen

Öffentlichen Budgets sind nicht unbegrenzt. Deshalb müssen Strukturen geschaffen werden, die staatliche Gelder wirkungsgerichtet und effizient einsetzen und gleichzeitig privates Kapital mit Blick auf die wirtschaftliche Erholung und die Erreichung von gesellschaftlichen Zielen mobilisiert. Die Begrenzung des Klimawandels auf maximal 1,5 Grad Celsius ist dabei ein zentraler Orientierungsunkt und wird durch ein klimaneutrales Wirtschaften bis spätestens 2050 erreicht. Eine intelligente Gestaltung anstehender Konjunkturprogramme kann öffentliche Budgets maßgeblich entlasten und glaubwürdig Signale an Realwirtschaft und Finanzsystem senden und so (statt: damit) Kapitalströme in nachhaltige Aktivitäten lenken. 

 

Um dies zu Erreichen und einen nachhaltigen und integrativen Wachstumspfad zu beschreiten, ist es notwendig, Klimaziele in anwendbare Bedingungen für die Vergabe von Konjunkturhilfen zu übersetzen. 

In die Ausgestaltung von Konjunkturhilfen sollten daher folgende Grundprinzipien einfließen:

 

1. Klimazielsetzung im Einklang mit Transformationspfaden, die zur Klimaneutralität bis 2050 führen

2. Entwicklung und Offenlegung von Transformationsstrategien und Zwischenzielen, die darlegen, wie die Zielerreichung sichergestellt werden kann

3. Fortschrittsmessung von Zielen uns Strategie auf Basis glaubwürdiger Indikatoren

 

Nachhaltigkeit ist ein Schlüssel für langfristigen Geschäftserfolg. Die Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsmodelle und das Management von CO2-Emissionen im Einklang mit 1,5-Grad-Pfaden ist der Schlüssel für die Resilienz und den langfristigen Erfolg von Geschäftsmodellen und damit ein Fundament für die Stärkung des Vertrauens zwischen Unternehmen und ihren Investoren & Kunden. Die jetzt auszugestaltenden Konjunkturprogramme sollten diese strukturelle Ebene aufnehmen. Neben der Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, können Regierungen auf Grundlage der offengelegten Firmenstrategien ihre langfristigen Klimastrategien weiterentwickeln und ihre Beiträge zum Pariser Klimaabkommen (Nationally Determined Contributions (NDCs)) erhöhen. 

 

Unkonditionierte und schnellwirkende Liquiditätshilfen werden von zielgerichteten und langfristigen Elementen abgelöst. In der aktuellen Debatte um Konjunkturprogramme werden direkte fiskalpolitische Fördermaßnahmen für Unternehmen, geldpolitischen Elemente und die direkte Unterstützung privater Haushalte diskutiert. In der Ausgestaltung sollten zum einen die erforderlichen Abfolgen von der unmittelbaren schnellwirkenden Liquiditätshilfe, die zurecht unkonditioniert und schnell erfolgte, jetzt von zunehmend langfristig wirkenden Elementen abgelöst und in solche überführt werden, denen klare Rahmen zugrunde liegen. Dabei wird gefordert, dass einzelne Maßnahmen, aber auch ganze Geschäftsmodelle auf ihre „Klima- und Zukunftsverträglichkeit“ einschätzbar sind. Die EU-Taxonomie für nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten bietet einen wichtigen Ausgangspunkt für eine derartige Bewertung. Allerdings ist sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht umfassend auf alle wirtschaftlichen Aktivitäten ausgearbeitet, so dass sich z. B. komplexe Geschäftsmodelle nicht einfach bewerten lassen. Um hier schnell zu umsetzungsfähigen Lösungen für die Gestaltung von Förderprogrammen kommen zu können, sind die Elemente der Zielsetzung durch Unternehmen und die Entwicklung konkreter Umsetzungspläne zu den relevanten Schwerpunkten wichtige und machbare Elemente. Dabei sollte die Anschlussfähigkeit zu internationalen Entwicklungen und insbesondere der europäischen Prozesse gewährleistet sein.

 

Der Bericht ist nur auf Englisch verfügbar.

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Ludovic Subran
Allianz SE
Markus Zimmer
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