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Euroraum: Inflationsziel wird bei weiterem Rückgang der Arbeitslosigkeit erreicht

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Seit 2013 bessert sich die Lage am Arbeitsmarkt im Euroraum zunehmend. Obgleich die Zahl der Erwerbstätigen 2017 das Niveau von 2008 wieder überschritten hat, ist die Arbeitslosigkeit noch immer um mehr als 3 Millionen Personen höher. Ursächlich für diese Diskrepanz ist eine gestiegene Erwerbsbeteiligung, die in Ländern wie Deutschland primär auf bessere Aussichten am Arbeitsmarkt zurückzuführen ist. In von der Krise härter getroffenen Ländern, wie beispielsweise Italien, hat die lang anhaltende Rezession hingegen vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen unter Druck gesetzt, aktiv nach zusätzlichen Einkommensmöglichkeiten zu suchen.

Allianz SE
Munich, 21.11.2017

  • Jüngste Umfragen deuten auf eine weiterhin hohe Arbeitsmarktnachfrage und eine zunehmende Anzahl von vakanten Stellen hin. Daher gehen wir davon aus, dass sich der positive Trend am Arbeitsmarkt 2018 fortsetzen wird. Dem zu erwartenden substantiellen Anstieg der Beschäftigung wird allerdings nur ein deutlich geringerer Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber stehen.

  • Durch diesen Aufschwung am europäischen Arbeitsmarkt sollte sich der Lohnauftrieb gemäß der sogenannten Phillips-Kurve wieder verstärken und der Europäischen Zentralbank das Erreichen ihres Preisziels von nahe 2% erleichtern.

  • Allerdings wird bisweilen behauptet, dass ein Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Lohnanstieg nicht mehr festzustellen ist, da sich der Lohnanstieg im Euroraum trotz rückläufiger Arbeitslosigkeit noch nicht nennenswert beschleunigt hat. Dies entspricht allerdings nicht unseren Ergebnissen. Basierend auf Schätzungen für den Zeitraum ab 2001 konnten wir einen signifikant negativen Einfluss der Arbeitslosigkeit auf den Lohnanstieg in EWU-Ländern feststellen. Eine Erklärung für das schwächelnde Lohnwachstum von derzeit 1,6% liegt im weiterhin hohen Niveau der Arbeitslosigkeit.

  • Bei einer weiter rückläufigen Arbeitslosigkeit erwarten wir auf Basis unserer Schätzungen eine Beschleunigung des Lohnzuwachses je Erwerbstätigen im Euroraum auf 2,4% Ende 2019 und einen Anstieg der Lohnstückkosten von 1,5% - 2%. Mit diesen Kostenentwicklungen wäre das EZB-Inflationsziel von nahe 2% in greifbarer Nähe. Es besteht also durchaus Anlass mittelfristig auf eine spürbare Normalisierung der Geldpolitik zu setzen.