Economic Insight: Demographische Entwicklung in Deutschland

Statistisches Bundesamt und Eurostat haben ihre Bevölkerungsvorausbe-rechnungen für Deutschland revidiert. Sie erwarten nun für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg der Einwohnerzahl und der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Auslöser für die Neueinschätzung waren insbesondere die Rekordzuwanderung in jüngster Zeit und der Anstieg der Geburtenrate.

  • In den aktuellen Vorausberechnungen werden aufgrund der Entwicklungen in den letzten Jahren höhere Wanderungssalden unterstellt. Migrationsströme werden allerdings von einer Vielzahl von ökonomischen und politischen Faktoren in den Heimat- und den Zielländern beeinflusst und erwiesen sich in der Vergangenheit als schwer prognostizierbar.

  • Der Anstieg der Geburtenrate ist zum Teil auf das Geburtenverhalten ausländischer Mütter zurückzuführen. Da sich die Geburtenrate der zugewanderten Bevölkerung in der Regel der der heimischen Bevölkerung anpasst, ist es fraglich ob es sich bei den Entwicklungen am aktuellen Rand tatsächlich um den Beginn eines langfristigen Trends handelt.

  • Eine größere Zahl von Personen im erwerbsfähigen Alter kann zu höherem Wirtschaftswachstum führen. Da dieser Zuwachs in diesem Fall jedoch maßgeblich von der Zuwanderung getragen wird, gilt dies nur dann, wenn es gelingt, die Neuankömmlinge entsprechend auszubilden und zu qualifizieren.

  • Auch in den neuen, optimistischeren Vorhersagen bleibt die Alterung der Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten die dominierende Herausforderung für Politik und Wirtschaft. Dier Lebenserwartung und die künftige Zahl der Personen im Rentenalter werden in den Vorhersagen mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschätzt. Weitere Reformen der Sozialsysteme und vermehrte Investitionen in Aus- und Weiterbildung sind daher dringend erforderlich.

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