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Allianz SE Vorstand Helmut Perlet beantwortet Fragen zur aktuellen Situation der Allianz.
Allianz Group
München, 10.11.2008
  Illustratives Bild
Helmut Perlet
Herr Dr. Perlet, bringt die Kapitalmarktkrise nun auch die Allianz in eine bedrohliche Situation?
Helmut Perlet: Im Gegenteil, für starke Unternehmen wie die Allianz bietet die aktuelle Situation sogar Chancen. Die Allianz selbst und auch viele unserer Tochterunternehmen haben einen über Jahrzehnte aufgebauten Erfahrungsschatz, um mit Krisen umzugehen.
Unsere starke Kapitalausstattung ist dabei nur eines der deutlichsten Zeichen unserer Stärke. Auch unsere von jeher konservative Anlagepolitik und unsere Konzentration auf profitables Wachstum stellen sicher, dass die Allianz auch aus dieser schwierigen Zeit gestärkt hervorgeht.
An unserer Solvabilitätsquote, die mit 157 Prozent im Vergleich zu unseren Wettbewerbern sehr gut ist, können Sie zudem sehen, dass wir gut kapitalisiert sind.
Was sind die Folgen dieser Entwicklung für unsere Kunden?
Perlet: Wir beobachten eine Besinnung auf zwei Werte, für die die Marke Allianz traditionell steht: Sicherheit und kompetente Beratung. Außerdem profitieren unsere Kunden von unserer Stabilität. Denn unabhängig davon, wie hoch die persönlichen Risiken sind, die ein Kunde in seinen Geldanlagen eingegangen ist: Gerade in diesen Tagen zeigt sich, wie wichtig kompetente und starke Partner in der finanziellen Planung sind. Dass dies heute wieder viele Kunden erkennen, ist gut für die Allianz.
Halten Sie es noch für realistisch, dass die Allianz ihre Ziele für das Geschäftsjahr 2008 erreicht?
Perlet: Die starken Schwankungen an den Finanzmärkten und die Eintrübung der weltwirtschaftlichen Lage betreffen die gesamte Finanzdienstleistungsbranche. Diesem Umfeld kann sich auch die Allianz nicht entziehen. Daher werden wir unser Ziel eines operativen Gewinnes von neun Milliarden Euro in diesem Jahr nicht mehr erreichen. Wichtig ist aber zu sehen, dass wir in unserem Kerngeschäft profitabel arbeiten und eine starke Kapitalausstattung haben. Das zeigt zum einen, dass wir in den vergangenen Jahren unsere Hausaufgaben gemacht haben und zum anderen, dass wir uns auf einem guten Weg befinden, um von einem einsetzenden Aufschwung zu profitieren.
Der Verkauf der Dresdner Bank belastet den Gewinn der Allianz im dritten Quartal. Wie kommt es dazu?
Perlet: Mit dem Verkauf der Dresdner Bank unterteilen wir unser Geschäft in fortgeführtes und nicht-fortgeführtes Geschäft.
Zunächst wird das fortgeführte Geschäft bilanziert, also Leben/Gesundheit, Schaden/Unfall, Asset Management und das bei der Allianz bleibende Bankgeschäft. Hier sind wir weiter profitabel, besonders im Schaden- und Unfallgeschäft. Den allgemeinen Marktbedingungen können aber auch wir uns nicht ganz entziehen. Im dritten Quartal haben wir aber immer noch einen operativen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro erzielt.
Die Dresdner Bank wird von uns nun als nicht-fortgeführtes Geschäft behandelt. Im dritten Quartal wird letztmalig der tatsächlich angefallene Verlust der Dresdner Bank als Ergebnis aus nicht-fortgeführtem Geschäft ausgewiesen: Das belastet das Ergebnis mit 1,2 Milliarden Euro. Per 30. September muss die Dresdner Bank neu bewertet werden. Aus dieser Neubewertung ergibt sich eine Abschreibung von 1,4 Milliarden Euro, so dass die Dresdner Bank unser Ergebnis mit insgesamt 2,6 Milliarden Euro belastet.
Angesichts der Börsenturbulenzen und ihrer Auswirkungen auf den Kaufpreis der Dresdner Bank muss man sich fragen, ob der Verkauf in diesem Umfeld ein richtiger Schritt war. Wie urteilen Sie?
Perlet: Der Zusammenschluss von Dresdner Bank und Commerzbank ist und bleibt der richtige Schritt. Aus wirtschaftlicher Sicht ist er für alle beteiligten Parteien sinnvoll. Davon profitieren Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre. Die Börsenturbulenzen treffen alle Finanztitel – sie dürfen aber nicht den Blick auf das Potenzial der neuen Commerzbank verstellen.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

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Kontakt für Presse
Christian Kroos
Allianz Group
+49.89.3800-5043
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