Volkswirte: Konjunktur verliert vorübergehend an Dynamik
Trotz Turbulenzen Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent / Privater Konsum zieht an / Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv
Die deutsche Wirtschaft dürfte nach einem voraussichtlich recht kräftigen ersten Quartal in den kommenden Monaten an Schwung verlieren. Grundsätzlich bleibt sie aber auf Expansionskurs. Zu diesem Ergebnis kommen die Volkswirte von Allianz und Dresdner Bank in ihrer heute in Frankfurt vorgestellten Konjunkturprognose für 2008.

Michael Heise, Chefvolkswirt von Allianz und Dresdner Bank
Angesichts guter Arbeitsmarktdaten und steigender Löhne dürfte nach Jahren der Lethargie der private Verbrauch in 2008 deutliche Impulse geben", sagte Michael Heise, Chefvolkswirt von Allianz und Dresdner Bank.Die Wachstumsimpulse vom Außenhandel werden in den nächsten Monaten angesichts der Stärke des Euro und der weniger dynamischen Weltwirtschaft deutlich nachlassen. Mit einer spürbaren und nachhaltigen Belebung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ist erst im vierten Quartal zu rechnen. Für 2008 ist insgesamt ein reales Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent zu erwarten. Für 2009 erwarten die Ökonomen ein Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent. Dieses wird sogar zu mehr als der Hälfte vom privaten Verbrauch getragen werden.
Wachstum für die Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft und vor allem die internationalen Finanzmärkte stehen zu Beginn des Jahres 2008 stark unter dem Eindruck der Immobilienkrise in den USA. So gehen die Volkswirte von Allianz und Dresdner Bank davon aus, dass im ersten Halbjahr sowohl von den USA als auch von Japan keine entscheidenden Impulse zu erwarten sind.
Dank der weiterhin starken Wachstumsdynamik in den Emerging Markets dürfte die Weltwirtschaft 2008 aber doch mit (BIP-gewichtet) immerhin knapp 3 Prozent wachsen. Im Jahr 2009 wird das weltweite BIP-Wachstum dann die 3-Prozent-Marke wieder deutlich überschreiten. Im Zuge dessen rechnen die Ökonomen mit einem um 5 bis 6 Prozent expandierenden Welthandel im Jahr 2008 und mit 6 bis 7 Prozent im Jahr 2009.
Neben diesem Basisszenario ist es zwar wenig wahrscheinlich, aber nicht auszuschließen, dass die US-Wirtschaft in eine längere und tiefere Rezession gerät und sich die Finanzmarktkrise zuspitzt. In diesem Fall käme das wirtschaftliche Wachstum in weiten Teilen Europas wahrscheinlich zum Erliegen.
Im Euroraum hatte die Konjunktur bereits im vierten Quartal 2007 spürbar an Dynamik verloren. Von einem im ersten Halbjahr anhaltend abgeschwächten Expansionstempo ausgehend, rechnen Allianz und Dresdner Bank für 2008 mit einem EWU-Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent, das sich 2009 leicht auf 2 Prozent beschleunigen dürfte. Unterstützung könnte hier weiterhin vom privaten Konsum kommen. Nachdem der Beschäftigungsanstieg im vergangenen Jahr 1,7 Prozent betrug, dürfte er 2008 zwar einen halben Prozentpunkt niedriger ausfallen. Die Arbeitslosenquote wird jedoch ihren aktuellen Stand von 7,1 Prozent in diesem Jahr voraussichtlich noch unterschreiten.
Nach einer ausgeprägten Konsumschwäche über die letzten vier Jahre wird die private Konsumnachfrage 2006 mit einem Zuwachs von rund 1 Prozent wieder einen positiven Wachstumsbeitrag beisteuern.
Dank der weiterhin starken Wachstumsdynamik in den Emerging Markets dürfte die Weltwirtschaft 2008 aber doch mit (BIP-gewichtet) immerhin knapp 3 Prozent wachsen. Im Jahr 2009 wird das weltweite BIP-Wachstum dann die 3-Prozent-Marke wieder deutlich überschreiten. Im Zuge dessen rechnen die Ökonomen mit einem um 5 bis 6 Prozent expandierenden Welthandel im Jahr 2008 und mit 6 bis 7 Prozent im Jahr 2009.
Neben diesem Basisszenario ist es zwar wenig wahrscheinlich, aber nicht auszuschließen, dass die US-Wirtschaft in eine längere und tiefere Rezession gerät und sich die Finanzmarktkrise zuspitzt. In diesem Fall käme das wirtschaftliche Wachstum in weiten Teilen Europas wahrscheinlich zum Erliegen.
Im Euroraum hatte die Konjunktur bereits im vierten Quartal 2007 spürbar an Dynamik verloren. Von einem im ersten Halbjahr anhaltend abgeschwächten Expansionstempo ausgehend, rechnen Allianz und Dresdner Bank für 2008 mit einem EWU-Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent, das sich 2009 leicht auf 2 Prozent beschleunigen dürfte. Unterstützung könnte hier weiterhin vom privaten Konsum kommen. Nachdem der Beschäftigungsanstieg im vergangenen Jahr 1,7 Prozent betrug, dürfte er 2008 zwar einen halben Prozentpunkt niedriger ausfallen. Die Arbeitslosenquote wird jedoch ihren aktuellen Stand von 7,1 Prozent in diesem Jahr voraussichtlich noch unterschreiten.
Nach einer ausgeprägten Konsumschwäche über die letzten vier Jahre wird die private Konsumnachfrage 2006 mit einem Zuwachs von rund 1 Prozent wieder einen positiven Wachstumsbeitrag beisteuern.
Beschäftigungsentwicklung
Die Entspannung auf dem deutschen Arbeitsmarkt setzte sich auch im ersten Quartal 2008 fort. Die Zahl der Arbeitslosen ging saisonbereinigt um 219.000 auf 3,285 Millionen zurück. Die Volkswirte von Allianz und Dresdner Bank gehen davon aus, dass ihre Zahl im Jahresdurchschnitt 2008 auf unter 3,3 Millionen sinken wird. Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich mit einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber 1,7 Prozent im Jahr 2007 allerdings nicht mehr ganz so dynamisch fortsetzen. Des Weiteren unterstellen sie bei ihrer Prognose eine Beschleunigung der Lohnentwicklung, sodass bei den Effektivverdiensten je Arbeitnehmer 2008 mit einem Plus von 2,8 Prozent (nach 1,5 Prozent im Vorjahr) zu rechnen sei.
Unter der Annahme leicht rückläufiger Transfereinkommen und moderat steigender Selbstständigen- und Vermögenseinkommen würde das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte damit insgesamt um knapp 3 Prozent wachsen. Alles in allem ergibt sich – bei einer von 10,9 auf 10,7 Prozent zurückgehenden Sparquote – ein Anstieg des realen privaten Verbrauchs von 1,2 Prozent. Dieser trägt damit fast zu einem Drittel zum diesjährigen Wirtschaftswachstum bei.
Unter der Annahme leicht rückläufiger Transfereinkommen und moderat steigender Selbstständigen- und Vermögenseinkommen würde das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte damit insgesamt um knapp 3 Prozent wachsen. Alles in allem ergibt sich – bei einer von 10,9 auf 10,7 Prozent zurückgehenden Sparquote – ein Anstieg des realen privaten Verbrauchs von 1,2 Prozent. Dieser trägt damit fast zu einem Drittel zum diesjährigen Wirtschaftswachstum bei.
Ausrüstungsinvestitionen
Auch von den Ausrüstungsinvestitionen, die 2007 ein Plus von 8,2 Prozent verzeichneten, dürften 2008 in Anbetracht der nach wie vor hohen Kapazitätsauslastung positive Wachstumsimpulse ausgehen. Für dieses Jahr rechnen die Ökonomen hier mit einem Anstieg von real 3,8 Prozent.
Ursachen dafür sind zum einen die anhaltend günstigen Rahmenbedingungen und Absatzperspektiven. Zum anderen hat Deutschland infolge der in diesem Jahr in Kraft getretenen Unternehmenssteuerreform als Investitionsstandort an Attraktivität gewonnen. Dämpfend hingegen wirken sich Vorzieheffekte wegen der seit 2008 geänderten steuerlichen Rahmenbedingungen aus.
Ursachen dafür sind zum einen die anhaltend günstigen Rahmenbedingungen und Absatzperspektiven. Zum anderen hat Deutschland infolge der in diesem Jahr in Kraft getretenen Unternehmenssteuerreform als Investitionsstandort an Attraktivität gewonnen. Dämpfend hingegen wirken sich Vorzieheffekte wegen der seit 2008 geänderten steuerlichen Rahmenbedingungen aus.
Bauinvestitionen
Die Bauinvestitionen haben bereits 2007 spürbar an Schwung verloren. In der Summe gehen die Volkswirte von Allianz und Dresdner Bank davon aus, dass die gesamten Bauinvestitionen 2008 um 0,8 Prozent wachsen werden.
Außenhandel
Schon im Jahr 2007 konnten die deutschen Ausfuhren trotz eines kräftigen Wachstums von 7,8 Prozent die hohe Dynamik des Vorjahres nicht halten. 2008 dürfte sich die Rolle des Außenhandels als Konjunkturlokomotive mit einem prognostizierten Wachstum von 6,3 Prozent weiter abschwächen. Zwar sprechen die bereits verfügbaren Außenhandelsdaten für einen deutlichen Anstieg der Exporte in der ersten Jahreshälfte.
Aufgrund des schwächeren weltwirtschaftlichen Wachstums und vor allem wegen der anhaltenden Eurostärke dürfte die Exportdynamik in der zweiten Jahreshälfte aber deutlich an Fahrt verlieren. Nachdem der Außenhandel im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte zum Wirtschaftswachstum beigetragen hat, dürfte es 2008 gerade noch ein Drittel sein.
Aufgrund des schwächeren weltwirtschaftlichen Wachstums und vor allem wegen der anhaltenden Eurostärke dürfte die Exportdynamik in der zweiten Jahreshälfte aber deutlich an Fahrt verlieren. Nachdem der Außenhandel im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte zum Wirtschaftswachstum beigetragen hat, dürfte es 2008 gerade noch ein Drittel sein.
Verbraucherpreise
Im vergangenen Jahr stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland deutlich um 2,3 Prozent. Gründe dafür waren in erster Linie die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn, die kräftig gestiegenen Energiepreise sowie deutliche Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln. Für 2008 prognostizieren die Volkswirte eine geringfügig höhere durchschnittliche Inflationsrate von 2,4 Prozent.
Zwar fällt der negative Effekt der Mehrwertsteuererhöhung weg, dieser wird aber durch weiterhin hohe bzw. sogar ansteigende Nahrungsmittel- und Energiepreise mehr als kompensiert. Im Jahresdurchschnitt dürfte der Ölpreis bei 90 US-Dollar pro Barrel liegen, was einem Anstieg von mehr als 23 Prozent gegenüber 2007 entspräche.
Zwar fällt der negative Effekt der Mehrwertsteuererhöhung weg, dieser wird aber durch weiterhin hohe bzw. sogar ansteigende Nahrungsmittel- und Energiepreise mehr als kompensiert. Im Jahresdurchschnitt dürfte der Ölpreis bei 90 US-Dollar pro Barrel liegen, was einem Anstieg von mehr als 23 Prozent gegenüber 2007 entspräche.
Insgesamt optimistisch
Für die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2009 zeigen sich die Volkswirte von Allianz und Dresdner Bank insgesamt optimistisch. Als Hauptimpulsgeber sehen sie wiederum die Binnennachfrage und hier insbesondere den privaten Verbrauch. Unter der Annahme, dass sich der Beschäftigungsaufbau mit einem Plus von 0,6 Prozent weiter moderat fortsetzt, die Effektivverdienste je Beschäftigten mit 3 Prozent noch etwas zulegen und sich die Sparquote leicht reduziert, könnten die privaten Konsumausgaben real sogar um reichlich 2 Prozent wachsen. Damit wären sie für mehr als die Hälfte des prognostizierten BIP-Wachstums von 2,2 Prozent verantwortlich.
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.
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