Für die Studie der Allianz Group "Lebensziele - Menschen in Deutschland" befragte Infratest dimap, Berlin, 3000 Menschen über ihre Wünsche, Ziele und Pläne im Leben.
Nach Jahren wirtschaftlicher Stagnation mit hoher Arbeitslosigkeit und Monaten politischen Ringens um überfällige Reparaturen der Sozialsysteme haben Sicherheit und Selbstbestimmung einen enormen Stellenwert.
Die Bereitschaft zur Eigenverantwortung wächst. In welchem Ausmaß und in welchen Zeiträumen die Menschen in Zukunft planen müssen, um ihr Leben eigenständig und sicher gestalten zu können, ist vielen jedoch noch nicht bewusst.
Neue Studie: "Lebensziele - Menschen in Deutschland"
Eine Studie der Allianz Group zu Zielen und Plänen der Menschen in Deutschland zeigt, dass Sicherheit und Selbstbestimmung zu den wichtigsten Zielen gehören. Wie sie ihre Ziele erreichen können, ist vielen Befragten aber nicht klar.
Während die Einschätzung der persönlichen Lage stabil verläuft, ist die Beurteilung der allgemeinen Wirtschaftslage dramatisch gesunken

Ziele leichter zu benennen als Wege dorthin
Für 90 Prozent der Befragten ist Selbstbestimmung das wichtigste Ziel. Sicherheit ist für 81 Prozent ein zentraler Aspekt ihrer Lebensplanung, den jedoch nur 59 Prozent als erfüllt sehen - die größte Differenz zwischen Wunsch und Erfüllung.
Die Allianz Group hat vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen eine Umfrage mit der Fragestellung gestartet, wie Menschen sich ihre Zukunft vorstellen, was ihnen im Leben wichtig ist und welche Faktoren auf individuelle Lebensentwürfe Einfluss haben.
Ein wichtiges Ergebnis: Man weißt zwar sehr genau, wie man sein Leben gestalten will, aber häufig nicht, wie die persönlichen Ziele zu erreichen sind.
Die Allianz Group hat vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen eine Umfrage mit der Fragestellung gestartet, wie Menschen sich ihre Zukunft vorstellen, was ihnen im Leben wichtig ist und welche Faktoren auf individuelle Lebensentwürfe Einfluss haben.
Ein wichtiges Ergebnis: Man weißt zwar sehr genau, wie man sein Leben gestalten will, aber häufig nicht, wie die persönlichen Ziele zu erreichen sind.
Nur wenige planen langfristig
Die Menschen müssen sich auf zusätzliche Belastungen einstellen und das ist der großen Mehrheit auch bewusst: 86 Prozent haben die Notwendigkeit erkannt, ihre Finanzen zu planen.
Dass durch den Umbau der sozialen Sicherungssysteme die Anforderungen an die langfristige private Vorsorge ganz erheblich steigen, ist allerdings noch nicht wirklich durchgedrungen: Nur 30 Prozent der Menschen planen ihre Finanzen auf Sicht von mehr als zehn Jahren, 37 Prozent mit einem Horizont von bis zu zehn Jahren und 33 Prozent sogar nur auf drei Jahre. Der Kauf von Wohneigentum, eine wichtige Säule der Absicherung für das Alter, ist nur für 38 Prozent ein realistisches Planungsziel.
Für manche Bürger bleibt das Thema Geld insgesamt ein Reich der Illusionen: Obwohl 21 Prozent überhaupt nicht sparen, sei es, weil sie nicht können oder weil sie nicht wollen, erklären 91 Prozent der Menschen, sie hätten ihre Finanzen voll im Griff.
Dass durch den Umbau der sozialen Sicherungssysteme die Anforderungen an die langfristige private Vorsorge ganz erheblich steigen, ist allerdings noch nicht wirklich durchgedrungen: Nur 30 Prozent der Menschen planen ihre Finanzen auf Sicht von mehr als zehn Jahren, 37 Prozent mit einem Horizont von bis zu zehn Jahren und 33 Prozent sogar nur auf drei Jahre. Der Kauf von Wohneigentum, eine wichtige Säule der Absicherung für das Alter, ist nur für 38 Prozent ein realistisches Planungsziel.
Für manche Bürger bleibt das Thema Geld insgesamt ein Reich der Illusionen: Obwohl 21 Prozent überhaupt nicht sparen, sei es, weil sie nicht können oder weil sie nicht wollen, erklären 91 Prozent der Menschen, sie hätten ihre Finanzen voll im Griff.
Nur dreißig Prozent der Befragten planen ihre Finanzen mehr als zehn Jahre im voraus

Rückzug ins Familienglück?
Überraschend positiv ist die Einstellung der Deutschen gegenüber ihrem Privatleben: 89 Prozent sind glücklich in ihrem Familienleben, 79 Prozent zufrieden mit ihrem Partner und 81 Prozent nennen eine tiefe Befriedigung über ihre Freundschaften. Angesichts anhaltend hoher Scheidungsraten mag dieses Familienglück erstaunen.
In starkem Kontrast dazu stehen die Umfrageergebnisse für Beruf und Karriere: Nur jeder Zweite zieht aus seinem Arbeitsleben positive Impulse. Ebenso erstaunlich, wie wenig Bedeutung die Befragten Besitz und Vermögen beimessen; hier sind sich die Deutschen jeder Alters- und Berufsgruppe einig: Die Umfragewerte schwanken nur knapp ober- oder unterhalb der 50-Prozent-Marke.
Die Studie zeigt, wie stark die Deutschen auf ihre engsten Lebenskreise vertrauen, bevor sie etwas von Staat oder sozialen Sicherungssystemen, von Politik oder Wirtschaft erwarten. Knapp 40 Prozent der Teilnehmer gibt an, finanzielle Angelegenheiten mit dem Partner zu besprechen, jeder Fünfte klärt diese Themen vor allem mit seinen Eltern und 19 Prozent verlassen sich dabei am liebsten ganz auf sich selbst.
In starkem Kontrast dazu stehen die Umfrageergebnisse für Beruf und Karriere: Nur jeder Zweite zieht aus seinem Arbeitsleben positive Impulse. Ebenso erstaunlich, wie wenig Bedeutung die Befragten Besitz und Vermögen beimessen; hier sind sich die Deutschen jeder Alters- und Berufsgruppe einig: Die Umfragewerte schwanken nur knapp ober- oder unterhalb der 50-Prozent-Marke.
Die Studie zeigt, wie stark die Deutschen auf ihre engsten Lebenskreise vertrauen, bevor sie etwas von Staat oder sozialen Sicherungssystemen, von Politik oder Wirtschaft erwarten. Knapp 40 Prozent der Teilnehmer gibt an, finanzielle Angelegenheiten mit dem Partner zu besprechen, jeder Fünfte klärt diese Themen vor allem mit seinen Eltern und 19 Prozent verlassen sich dabei am liebsten ganz auf sich selbst.
Anspruch und Tabu - was wirklich wichtig ist
Haben die Wirtschaftslage, schlechte Erfahrungen an den Kapitalmärkten und die Angst vor Arbeitslosigkeit die Menschen in vermeintlich heimelige, private Idyllen gedrängt? Gegen diese These sprechen andere Ergebnisse der Studie: "Die genaue Analyse legt nahe, dass sich die Menschen der Bedeutung einiger Lebensbereiche entweder nicht bewusst sind oder dass diese Bereiche tabuisiert sind", erklärt Reinhard Schlinkert, Geschäftsführer von Infratest dimap, Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung.
Um herauszufinden, wie wichtig diese Lebensbereiche den Menschen in Wahrheit sind, wurde ein spezielles statistisches Verfahren angewandt. Dabei wurde die geäußerte Wichtigkeit zur Gesamtzufriedenheit ins Verhältnis gesetzt.
Aus diesem Blickwinkel wandelte sich das Bild erheblich: Beruf und finanzielle Situation haben sogar einen sehr hohen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit. Sie gehören zu den "versteckten Ansprüchen" im Leben. Über ihre Bedeutung legen sich die Menschen häufig kaum Rechenschaft ab. Dennoch bergen sie ein deutliches Unzufriedenheitspotenzial, wenn sie unerfüllbar bleiben.
Um herauszufinden, wie wichtig diese Lebensbereiche den Menschen in Wahrheit sind, wurde ein spezielles statistisches Verfahren angewandt. Dabei wurde die geäußerte Wichtigkeit zur Gesamtzufriedenheit ins Verhältnis gesetzt.
Aus diesem Blickwinkel wandelte sich das Bild erheblich: Beruf und finanzielle Situation haben sogar einen sehr hohen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit. Sie gehören zu den "versteckten Ansprüchen" im Leben. Über ihre Bedeutung legen sich die Menschen häufig kaum Rechenschaft ab. Dennoch bergen sie ein deutliches Unzufriedenheitspotenzial, wenn sie unerfüllbar bleiben.
Auch für Bildung steigt der Bedarf privater Vorsorge
Ein Bereich im Leben wird in Zukunft neue, auch finanzielle Anforderungen an die Menschen stellen: die Bildung. Vorbei sind die Zeiten, in denen in jungen Jahren auf der Schulbank die Ausstattung für das ganze Leben erworben wurde.
Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft der Unternehmen, Weiterbildung zu fördern. Mitte der 80er Jahre gaben noch zwei Drittel aller Betriebe Geld dafür aus, heute sind es nur noch gut die Hälfte.
Hinzu kommt, dass Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Staaten die Aufwendungen für Bildung immer weiter einschränkt: Allein zwischen 1995 und 2000 sank der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt von 5,8 auf 5,3 Prozent.
"Durch die demografische Entwicklung wird Arbeitslosigkeit in Zukunft fast ausschließlich zu einem Qualifikationsproblem werden", sagt Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz Group. "Daher werden die Menschen ihr Leben lang immer wieder in Weiterbildung investieren müssen."
Noch ist nur wenigen klar, dass auch dieser Rückzug des Staates Eigeninitiative notwendig macht. Lediglich 216 Euro gab ein durchschnittlicher deutscher Haushalt im vergangenen Jahr für Bildung aus.
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.
Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft der Unternehmen, Weiterbildung zu fördern. Mitte der 80er Jahre gaben noch zwei Drittel aller Betriebe Geld dafür aus, heute sind es nur noch gut die Hälfte.
Hinzu kommt, dass Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Staaten die Aufwendungen für Bildung immer weiter einschränkt: Allein zwischen 1995 und 2000 sank der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt von 5,8 auf 5,3 Prozent.
"Durch die demografische Entwicklung wird Arbeitslosigkeit in Zukunft fast ausschließlich zu einem Qualifikationsproblem werden", sagt Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz Group. "Daher werden die Menschen ihr Leben lang immer wieder in Weiterbildung investieren müssen."
Noch ist nur wenigen klar, dass auch dieser Rückzug des Staates Eigeninitiative notwendig macht. Lediglich 216 Euro gab ein durchschnittlicher deutscher Haushalt im vergangenen Jahr für Bildung aus.
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.
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