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Die Allianz hat den Nahen Osten als neue Wachstumsregion entdeckt. Kamesh Goyal, CEO der Region, spricht über die Perspektiven in einem besonderen Marktumfeld.
Allianz Group
München, 18.07.2008
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Kamesh Goyal: "Die Region Naher und Mittlerer Osten boomt" 
Allianz.com News: Herr Goyal, die Allianz hat die Region Naher und Mittlerer Osten neben Asien/Pazifik und Osteuropa zu ihrer dritten Wachstumsregion erklärt. Was sind Ihre Erwartungen?
Kamesh Goyal: Die Region boomt. Mit dem Ölpreis auf Rekordniveau wächst der Wohlstand der einheimischen Bevölkerung und der ausländischen Arbeitskräfte in ziemlich kurzer Zeit. Die Regierungen investieren enorme Summen in die Infrastruktur ihrer Länder. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass 40 Prozent aller Großbaukräne der Welt in der Golfregion stehen, kann man sich eine ungefähre Vorstellung davon machen, was dort derzeit abgeht. Ich bin sicher, dass sich das sehr bald auch im Sach- und Lebensversicherungsgeschäft sowie im Bereich Vermögensverwaltung widerspiegeln wird.
Mit welchen Schwierigkeiten sind Sie konfrontiert?
Goyal: In einigen Ländern ist die Sprache ein Problem. Wer fließend Arabisch spricht, hat es natürlich leichter. Hinzu kommt, dass wir im Vergleich mit anderen Anbietern wie AIG oder AXA in verschiedenen Märkten etwas spät dran sind. Ich bin dennoch optimistisch, dass wir uns in den nächsten zwei bis drei Jahren fest in diesen Märkten etablieren werden.
Wo ist die Allianz mit ihren Tochterunternehmen derzeit im Nahen und Mittleren Osten präsent?
Goyal: Wir haben Sach- und Lebensversicherungsgesellschaften in Ägypten und im Libanon und sind in Jordanien am Sach- und Lebensversicherer Al Nisr Al Arabi beteiligt. In Saudi-Arabien hat Ende letzten Jahres die Allianz Saudi Fransi, ein Joint Venture mit der Saudi Fransi Bank, die Geschäftstätigkeit aufgenommen, und in Bahrain bietet seit kurzem die Allianz Takaful islamkonforme Versicherungen an. Daneben sind wir mit dem Krankenversicherer Nextcare in Dubai und im Libanon vertreten, verkaufen in Pakistan Kranken- und in Sri Lanka Sachversicherungen. Und in Indien sind wir mit Bajaj Allianz im Sach- und Lebensversicherungsgeschäft äußerst erfolgreich.
Warum wurde Bahrain als Allianz Zentrale gewählt und nicht Dubai, wo die Allianz mit ihrer Rückversicherungsgesellschaft schon seit Jahren etabliert ist?
Goyal: Es gibt drei Gründe für unsere Entscheidung, nach Bahrain zu gehen: Zum einen agieren die staatlichen Regulierungsbehörden dort sehr schnell. Die Lizenz für unser Regionalbüro zum Beispiel hatten wir in drei Wochen in der Tasche. Zum zweiten sind Arbeits- und Mietkosten bedeutend geringer. Und schließlich liegt Bahrain verkehrsmäßig äußerst günstig. Riad ist mit dem Auto nur vier Stunden entfernt, was für uns wichtig ist, weil Saudi-Arabien sich aus unserer Sicht in den nächsten Jahren zum bedeutendsten Versicherungsmarkt im Nahen Osten entwickeln wird, gefolgt von den Vereinigten Emiraten.
Der Versicherungsmarkt in Saudi-Arabien ist vergleichsweise klein. Was macht Sie so optimistisch?
Goyal: Bislang war die Tätigkeit von individuellen Versicherungsvertretern im Land nicht gestattet, und der Abschluss von Lebensversicherungen wurde aus religiösen Gründen nicht gefördert. Nachdem wir nun mit unserer Vertriebsmannschaft an den Start gehen dürfen und mit den Takaful-Versicherungen islamkonforme Produkte anbieten können, erwarten wir erhebliches Wachstum.
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In der Region plant die Allianz Geschäftsstellen nur für Frauen
Foto: Frank Stern
In einem Land wie Saudi-Arabien dürfte sich das auf die Männer beschränken.
Goyal: Keineswegs. Wir werden extra Geschäftsstellen nur für Frauen einrichten, in denen die Kundinnen von weiblichen Mitarbeitern bedient werden.
Wie wird der Vertrieb insgesamt in Saudi-Arabien organisiert sein?
Goyal: Wir stützen uns auf die über 80 Filialen unseres Kooperationspartners, der Saudi Fransi Bank, sowie auf unsere Ausschließlichkeitsvertreter. Die Allianz Saudi Fransi hat eine Lizenz für das Sach- und das Lebensversicherungsgeschäft. Bis Ende dieses Jahres werden wir zehn Geschäftsstellen eröffnen. Zusätzlich ist ein direkter Vertriebskanal geplant, über den Großkunden und Makler betreut werden.
Wie sieht es mit Ägypten aus?
Goyal: Ägypten ist das bevölkerungsreichste Land im Nahen Osten mit einer schnell wachsenden Mittelschicht. Mit dem Ausbau der Vertretermannschaft und mit verschiedenen Vertriebskanälen setzen wir dort auf schnelle Expansion – sowohl in der Sach- wie in der Lebensversicherung.
Sind in der Nahostregion in nächster Zeit Übernahmen oder weitere Kooperationen geplant?
Goyal: Erst mal bauen wir auf unsere bereits existierenden Tochtergesellschaften, werden uns daneben aber natürlich auch nach lohnenden Objekten umsehen. Wenn sich eine gute Möglichkeit eröffnet, entscheiden wir, wie wir weiter vorgehen.

Dieses Interview basiert auf einem Artikel aus dem Mitarbeitermagazin "Allianz Journal".

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

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Kontakt für Presse
Gesa Walter
Allianz Group
+49.89.3800-2960
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