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Die Allianz ist mit ihren Pensionsfonds in Mittel- und Osteuropa bemerkenswert erfolgreich. Christian Müller, Finanzvorstand der Allianz New Europe, erklärt die Gründe.
Allianz Group
München, 08.12.2006
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Bereits 1995 hat die Allianz in der Tschechischen Republikmit dem Pensionsfondsgeschäft begonnen
Allianz.com News: In vielen mittel- und osteuropäischen Ländern sind die Rentenreformen weit gediehen. Wie schätzen Sie diese Reformen ein?
Christian Müller: Die Osteuropäer sind Westeuropa in diesem Punkt zum Teil weit voraus. Die Herausforderungen sind hier wie dort dieselben, der demographische Wandel ist das Hauptproblem, aber die mittel- und osteuropäischen Länder haben es wesentlich mutiger angepackt.

Diese Länder ergänzen die staatlichen, umlagefinanzierten Rentensysteme zunehmend mit privaten kapitalgedeckten Modellen. In einigen Ländern werden die staatlichen Renten im Mittel auf bis zu 45 Prozent sinken. Das heißt, die Rente eines normalen Beschäftigten würde dann durchschnittlich nur 45 Prozent des Durchschnittslohns betragen. Solche massiven Kürzungen sind im Westen des Kontinents selten.

Um die Menschen trotz der absehbaren Finanzierungslücke im Alter abzusichern, haben die meisten osteuropäischen Staaten die private Altersvorsorge gesetzlich geregelt, teils auf freiwilliger, teils auf Pflichtbasis. Diese drei Säulen - staatliche Rente, Pflicht- und freiwillige Vorsorge - sind typisch für die dortige Situation.
? Durch die staatlich vorgeschriebene private Altersvorsorge erfreuen sich Pensionsfonds in Osteuropa wachsender Beliebtheit. Was hat man unter einem Pensionsfonds genau zu verstehen?
Müller: Die zweite Säule ist in der Regel ein kapitalgedecktes System, bei dem eine Person Beiträge abführt, die von Privatunternehmen wie der Allianz angelegt werden.

Dafür sind Pensionsfonds das wichtigste Instrument. Dafür gibt es einen speziellen Vertrag zwischen Kunden und Finanzdienstleister. Die Kunden zahlen bis zum Beginn des Rentenalters monatlich Beiträge ein und diese Beiträge sind die Basis für eine spätere monatliche Rente.

Während der Ansparphase werden die Einzahlungen professionell in passenden Wertpapieren angelegt. Die Performance der Pensionsfonds wird zusätzlich vom Staat oder einer staatlichen Behörde überwacht. Unterschreitet sie den Branchendurchschnitt um einen bestimmten Prozentsatz, kann das Mutterunternehmen verpflichtet werden, dem Fonds frisches Kapital zuzuführen.
? Wann hat die Allianz die ersten Pensionsfonds in Osteuropa angeboten und wie sieht die bisherige Erfolgsbilanz aus?
Müller: Die Allianz hatte mit ihren Pensionsfonds in Mittel- und Osteuropa großen Erfolg. Bereits 1995 haben wir in einigen Ländern, beispielsweise der Tschechischen Republik, mit diesem Geschäft begonnen. Heute sind wir in sechs Märkten des New Europe präsent: Bulgarien, Kroatien, Ungarn, Slowakei, Tschechien und Polen. In Bulgarien, Kroatien und der Slowakei sind wir zudem Marktführer bei Pensionsfonds.

In diesen Fonds waren 2005 insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro angelegt. Das Wachstum lag von 2003 bis 2005 bei durchschnittlich 46 Prozent pro Jahr und wir gehen auch für 2006 von einem eindrucksvollen Anstieg aus. 2005 hatten wir in diesem Segment 2,3 Millionen Kunden.
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Christian Müller, Regional CFO Allianz New Europe
? Was war der Schlüssel zum Erfolg?
Müller: Wenn es um die Absicherung des Lebensabends geht, achten die Kunden auf zuverlässige und finanzstarke Partner. Eine Marke wie Allianz, die Vertrauen weckt, ist also sehr wichtig. Wesentlich ist auch ein starkes Vertriebsnetz. Im Grunde waren es unsere Aktivitäten im Schaden- und Unfallversicherungsbereich, oft im Verbund mit Banken und anderen Vertriebspartnern vor Ort, die den Erfolg unserer Pensionsfonds ermöglicht haben.

Unser frühes Engagement in diesem Wachstumsmarkt zahlt sich aus. Deswegen achten wir darauf, dass die Allianz auch in den Ländern, die jetzt erst die Rentenreform in Angriff nehmen, von Anfang an Pensionsfonds anbieten kann. Das gilt beispielsweise für Rumänien.
? Gehen Sie von einem anhaltenden Wachstum aus?
Müller: Pensionsfonds sind in der Region immer noch ein ganz junges Geschäft. Wir befinden uns in der ersten Wachstumsphase, gehen aber davon aus, dass der Mittelzuwachs in einigen Jahren rund eine Milliarde Euro pro Jahr erreichen wird.

Das Pensionsfondsgeschäft hängt von der erreichten Zahl der Beitragszahler und ihren Einzahlungen in der Startphase ab, aber auch von den Berufsanfängern, die neu hinzukommen. Hat man Kunden erst einmal gewonnen, werden diese nur selten zu anderen Anbietern wechseln. Wir haben es also mit lebenslangen Partnerschaften und Beiträgen zu tun, die in einer Höhe von bis zu zehn Prozent des Einkommens über 20 oder 30 Jahre monatlich eingezahlt werden.

Das passt zu unserem Ziel, unsere starke Präsenz in New Europe langfristig und kontinuierlich auszubauen.
? Fonds werden von der Gesetzgebung der mittel- und osteuropäischen Länder immer noch sehr restriktiv reguliert. Wird sich das mit der zunehmenden Integration in die EU ändern?
Müller: Die Vorschriften in diesen Ländern sind restriktiv, das Fondsgeschäft und die Anlage des Fondsvermögens unterliegen strengen Vorgaben. Aber da die meisten dieser Länder die EU-Richtlinien erfüllen wollen, lassen sie nach und nach eine internationale Anlage der Mittel zu. Bisher nutzen nur wenige Fondsmanager die wachsende Flexibilität. Es herrscht häufig die Auffassung vor, für osteuropäische Anleger würden sich Investitionen in einheimische Märkte und in eigener Währung angesichts der rasanten Börsenentwicklung dort eher rechnen als Investitionen im Ausland.
? Bietet die Allianz auf den osteuropäischen Märkten auch Alternativen zu Pensionsfonds an?
Müller: Die Allianz bietet auch normale Lebensversicherungen und betriebliche Altersversorgung zur freiwilligen Altersvorsorge an. Die Lebensversicherungssparten in allen unseren New Europe-Märkten verzeichnen zweistellige Zuwachsraten für das dritte Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahr.

Um unsere Wachstumschancen in dieser Region weiter zu verbessern, bringen wir neue, innovative Produkte auf den Markt. Im Oktober haben wir zum Beispiel in Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Polen, Rumänien und der Slowakei indexgebundene Lebensversicherungen eingeführt. Die Allianz Index-Police (auch: Best Invest) ist eine gute Ergänzung zur Pflichtvorsorge.


Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird. 

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Kontakt für Presse
Eduard Stipic
Allianz Group
+49.89.3800-5665
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