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Im ersten Halbjahr 2004 konnte die Allianz den positiven Ergebnistrend in allen Bereichen fortsetzen und ihre Combined Ratio auf 94,3 Prozent weiter verbessern. AllianzGroup.com News sprach mit CEO Michael Diekmann und CFO Helmut Perlet über Ergebnisse und Ziele.
Allianz Group
München, 16.08.2004
AllianzGroup.com News: Sind Sie mit dem Ergebnis aus den ersten sechs Monaten 2004 zufrieden?
Diekmann: Wir können zufrieden sein: Das positive Ergebnis zeigt sehr deutlich, dass unser Programm "3 + Eins" Früchte trägt. Wir konnten in allen Segmenten die Qualität der Erträge verbessern, der positive Ergebnistrend ist nachhaltig.
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Diekmann: "Wir konzentrieren uns auf den Ertrag"

? Was sind die wichtigsten Trends?
Perlet: Wir haben unser Risiko-Return-Profil deutlich verbessert. Das heißt: Wir wachsen, aber kontrolliert. Zwar beträgt das organische Umsatzwachstum lediglich 2,4 Prozent, aber die Erträge steigen überproportional.

Das operative Ergebnis ist im ersten Halbjahr um 43,9 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gestiegen. Vor Steuern, Anteilen Dritter und Goodwill-Abschreibungen konnten wir ein Ergebnis in Höhe von 3,3 Milliarden Euro im Vergleich zu 0,5 Milliarden im Vorjahreszeitraum vorlegen. Netto kann sich der Anstieg um über 1,1 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden ebenfalls sehen lassen.
? Was freut Sie am meisten?
Perlet: Besonders zufrieden sind wir mit dem Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft, wo sich unser gruppenübergreifendes Risikomanagement auszahlt.

Die Combined Ratio konnten wir insgesamt auf 94,3 Prozent verbessern, eine weitere Senkung um 2,7 Prozentpunkte seit dem Vorjahr. Bei allen größeren Einheiten - erstmals auch bei AGF - lag die Quote im zweiten Quartal unter 100 Prozent. Das heißt, wir nehmen mehr Prämien ein als wir für Kosten und Schäden ausgeben und verdienen folglich im Versicherungsgeschäft wieder Geld.
? Macht Ihnen der Umsatzrückgang in einigen Bereichen keine Sorgen?
Diekmann: Nein, denn Profitabilität ist wichtiger als Masse. In unserer Zeichnungspolitik haben wir klare Richtlinien, die wir weltweit konsequent befolgen. Dadurch kommen wir gelegentlich nicht zum Zuge, aber das nehmen wir in Kauf. Wir konzentrieren uns auf den Ertrag.
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Perlet: "Wir haben unser Risiko-Return-Profil deutlich verbessert"

? Wie sieht es in der Lebens- und Krankenversicherung aus?
Perlet: Das Ergebnis ist signifikant besser als im Vorjahr. Doch wir sind damit noch nicht zufrieden, denn das Wachstum blieb hinter unseren Erwartungen zurück. Wir können auch nicht zufrieden sein, denn die Marktvoraussetzungen sind einfach zu gut. In Deutschland zum Beispiel erwarten wir eine deutliche Belebung des Neugeschäfts durch das Alterseinkünftegesetz. Und auch im Ausland wollen wir das Potenzial nutzen und weiter zulegen.

Diekmann: Unser Ziel ist klar: Im nächsten Jahr soll das Lebensversicherungsgeschäft mehr als 1,5 Milliarden Euro zum operativen Ergebnis beitragen.
? Seit drei Jahren gehört die Dresdner Bank zur Allianz Gruppe. Wie kommentieren Sie deren Ergebnisse?
Diekmann: Auch hier sind wir zufrieden. Der Turnaround ist auf Kurs und das Quartalsergebnis zum zweiten Mal positiv. Das zweite Quartal war operativ das stärkste seit der Akquisition.

Perlet: Besonders freuen wir uns, dass die Bank ihre Erträge nachhaltig stabilisieren konnte. An unseren Zielen halten wir fest: In diesem Jahr wird die Dresdner Bank ein ausgeglichenes Ergebnis vor Restrukturierungskosten erreichen, 2005 soll sie ihre Kapitalkosten verdienen.
? Sie denken also nach wie vor, dass die Übernahme der Bank der richtige Schritt war?
Diekmann: Absolut! Die enge Verbindung von Bank und Versicherung ist der richtige Weg. Die Menschen in Deutschland brauchen gerade für die komplexe, aber ungemein wichtige private Vorsorge umfassende Beratung aus einer Hand.

Und die Ergebnisse der Zusammenarbeit geben uns Recht: Der Verkauf von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat im ersten Halbjahr um 25 Prozent zugenommen.

Auch beim Verkauf von Investmentfonds haben unsere Vertreter zugelegt. Die Nettozuflüsse zu den Wertpapierfonds über Allianz Agenturen betrugen im ersten Halbjahr gut 350 Millionen Euro, fast 27 Prozent mehr als vor einem Jahr.
? Wie hat sich das Hauptgeschäftsfeld Asset Management entwickelt?
Perlet: Wir haben unser Ergebnis trotz eines starken Euros verbessert: Die Assets under Management sind um sieben und das operative Ergebnis um über 22 Prozent gestiegen. Wir sind also auf profitablem Wachstumskurs - ganz im Sinne des Programms "3 + Eins". Die Cost-Income-Ratio konnten wir um weitere 1,8 Prozentpunkte auf 67,2 Prozent senken.
? Wie sind Ihre Erwartungen und Ziele für die zweite Hälfte des Jahres und darüber hinaus?
Diekmann: 2004 steht im Zeichen der Rückkehr zur Stärke. Wir sind auf dem besten Weg, unsere Ziele zu erreichen: Schnellstmöglich streben wir für die Gruppe eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent an.

Aber vergessen Sie nicht: Das Ergebnis zum Halbjahr kann nicht einfach mit zwei multipliziert werden. Es bleiben Unwägbarkeiten wie z.B. Naturkatastrophen, von denen wir in diesem Jahr bisher weitgehend verschont geblieben sind, sowie die Entwicklung der Zins- und Kapitalmärkte.

Insgesamt gilt: Jetzt ist nicht der Augenblick für hochfliegende Visionen, mit denen wir kein Geld verdienen. Wesentlich ist, unsere Leistungskraft weiter zu stärken. Darauf konzentrieren wir uns.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

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