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Zu den Ergebnissen nach dem dritten Quartal 2005 sprach Allianz.com News mit Vorstand Helmut Perlet. Er erläutert, warum die Allianz trotz der extremen Naturkatastrophen Gewinne macht und wo die Gruppe besonders stark wächst.
Allianz Group
München, 11.11.2005

Allianz.com News: Schon 2004 war für die Versicherungswirtschaft das teuerste Jahr aller Zeiten. Die bisherigen Großschäden von 2005 dürften das aber noch übertreffen…
Perlet: Die Wirbelstürme Katrina und Rita, Überschwemmungen in Indien und Europa - das war schon eine außergewöhnliche Häufung von Naturkatastrophen. Insgesamt haben sie unser Ergebnis mit 753 Millionen Euro vor Steuern belastet. Fast unser gesamter Schadensaufwand aus Naturkatastrophen in den ersten neun Monaten betrifft das dritte Quartal.
  Illustratives Bild

Helmut Perlet: "Wir wollen wachsen"

? Wie stark wirkt sich das auf das Ergebnis aus?
Perlet: Wir können trotzdem - oder gerade deshalb - mit dem dritten Quartal auch im Sachversicherungsgeschäft zufrieden sein: Eine Combined Ratio von 97 Prozent ist angesichts dieser außergewöhnlichen Belastung immer noch sehr gut. In den ersten neun Monaten liegen wir mit 93 Prozent deutlich besser als unsere Zielvorgabe von "unter 95 Prozent". Deswegen bin ich optimistisch, dass wir dieses Ziel erreichen, auch wenn Herbst- und Winterstürme noch vor uns liegen.

Zudem hat sich die Diversifikation unseres Portfolios ausgezahlt. Die drei anderen Segmente federn die Belastung für das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft ab.
? Bleiben wir noch kurz beim Sachversicherungsgeschäft. Wieso ist es trotz der immensen Sturm- und Flutschäden profitabel?
Perlet: Diese extreme Häufung von Naturkatastrophen ist zwar sehr ungewöhnlich, kommt aber auch nicht völlig überraschend. Bereits im Juni haben wir gemeinsam mit dem WWF einen Bericht zum Klimawandel veröffentlicht, der zu dem Ergebnis kommt, dass Naturkatastrophen häufiger und heftiger werden.

Darauf stellen wir unser Geschäft ein. Das heißt: Wir reagieren flexibel auf Wachstumsmöglichkeiten in einigen Märkten, sind aber bereit, auf Geschäft zu verzichten, wenn Preise nicht risikoadäquat sind.
? Die Allianz will vor allem im europäischen Vorsorgemarkt wachsen. Zahlt sich diese Strategie schon aus?
Perlet: Wie geplant treiben Lebensversicherung und Asset Management in Europa das Wachstum. Das Lebensversicherungsgeschäft ist in unseren Kernmärkten Italien, Frankreich und Deutschland zweistellig gewachsen.

Und Allianz Dresdner Global Investors lag in Deutschland mit seinem Nettomittelzufluss in den ersten neun Monaten im BVI-Vergleich an der Spitze. Hierzu hat unsere Aufstellung als integrierter Finanzdienstleister maßgeblich beigetragen – unsere Vertreter sind ein wichtiger Vertriebskanal für Fonds und Bankprodukte geworden.
? Und wie sieht die Vermögensverwaltung international aus?
Perlet: Unsere Assets under Management für Dritte legten um 21,5 Prozent auf 711 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatten wir Nettomittelzuflüsse in Höhe von 48 Milliarden Euro. Darüber hinaus trug auch das weiterhin freundliche Kapitalmarktumfeld dazu bei, dass die Erträge auf 1,93 Milliarden Euro stiegen. Besonders stark haben wir in Deutschland und den USA zugelegt.

Doch hier möchten wir auf keinen Fall stehen bleiben, im Gegenteil: Diese Erfolge zeigen uns, was in der Zukunft noch möglich ist.
? Geht so viel Wachstum nicht auf Kosten der Gewinne?
Perlet: Im Gegenteil. Wir wachsen nicht nur kräftig, sondern werden gleichzeitig profitabler: Allianz Global Investors hat seine Cost-Income-Ratio auf hervorragende 57,8 Prozent weiter verbessert. Und im Segment Lebensversicherung konnten wir den Quartalsüberschuss auf 376 Millionen Euro mehr als verdoppeln.
? Wie beurteilen Sie die Entwicklung bei der Dresdner Bank?
Perlet: Da ist zunächst die Erfolgsgeschichte der IRU zu nennen, die nichtstrategische und notleidende Kredite weit schneller und erfolgreicher abgewickelt hat, als das vor drei Jahren möglich schien.

Alles in allem konnte die Bank ihre Erträge stabilisieren, ihre Risikovorsorge deutlich reduzieren und profitiert zudem von einem stark verbessertem Geschäftsportfolio.
? Gibt es Neuigkeiten zur Umwandlung der Allianz AG in eine Europäische Gesellschaft und zu den Umstrukturierungen in Deutschland?
Perlet: Die Ras-Transaktion ist im Zeitplan. Für die Deutschland-Holding wollen wir bis Jahresende auskunftsbereit sein, wann und wie genau die einzelnen Umsetzungsschritte erfolgen können. Unsere Projektgruppen arbeiten intensiv daran.
? Gibt es schon konkrete Zahlen zu einem möglichen Stellenabbau in Deutschland?
Perlet: Es gibt im Konzern keine Festlegung auf irgendwelche Zahlen. Wie sich die neuen Strukturen in Deutschland auf die Arbeitsplätze auswirken, wird bis Anfang 2006 sorgfältig analysiert und anschließend mit den Gremien besprochen. Jede Zahl zum jetzigen Zeitpunkt entbehrt einer seriösen Grundlage.
? Können Sie eine Prognose für das Gesamtjahr abgeben?
Perlet: Wir sind auf gutem Weg, trotz der Naturkatastrophen in diesem Jahr alle unsere operativen Ziele zu übertreffen.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.
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Kontakt für Presse
Dr. Ilja-Kristin Seewald
Allianz Group
+49.89.3800-2960
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Antje Terrahe
Allianz Group
+49.89.3800-17790
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