Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer diesjährigen Bilanzpresse-konferenz hier im Haus der Bayerischen Wirtschaft. Wie viele andere Unternehmen ist die Allianz in diesen bewegten Zeiten ständig im Umbau. Dies gilt nicht nur an sich und allgemein, sondern derzeit ganz konkret auch für unsere Konferenzetage. Wir sind aber froh, eine sehr schöne und moderne Ausweichmöglichkeit gefunden haben.
Einen besonderen Gruß möchte ich an unsere ausländischen Gäste richten – an die Deutschland-Korrespondenten, an die französischen Journalisten, die uns ja schon etwas besser kennen, und an die Medienvertreter aus Asien, die uns in München zum ersten Mal besuchen.
Die Internationalität der Allianz spiegelt sich in diesem Jahr also auch bei der Bilanzpressekonferenz wider. Und in der Tat: Globale Präsenz ist für die Allianz von großer Bedeutung. Unser Unter-nehmen wächst in eine neue Dimension hinein. Das führt nicht nur zu einem veränderten Selbst-verständnis, sondern auch zu neuen Wegen in der Kommunikation und beim weltweiten Marketing. Bevor ich aber auf das sicherlich interessante Thema Formel 1 zu sprechen komme, möchte ich Ihnen generell eine Orientierung darüber geben, welche Schwerpunkte Sie heute bei uns erwarten.
Erstens: die endgültigen Zahlen für 1999 mit einem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr.
Zweitens: die weitere Internationalisierung der Allianz Gruppe und der Ausbau unserer Kerngeschäfte.
Drittens: eine Standortbestimmung – unsere Position zu e-business und der new economy.
Viertens: die Gründe für unser Engagement in der Formel 1.
Zahlen zum Geschäftsjahr 1999
Ich möchte meine Ausführungen heute beginnen mit einer Aussage, die für unsere Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter und die Gesellschaft gleichermaßen wichtig ist. Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999 unser vorrangiges Ziel erreicht und durch profitables Wachstum ein noch wertvolleres Unternehmen für unsere Aktionäre geschaffen. Das ist umso bemerkenswerter, als das Jahr 1999 für die Versicherungswirtschaft generell und weltweit ein schwieriges Geschäftsjahr war.
Es war geprägt von Belastungen aus Naturkatastrophen, zunehmenden Schadenquoten sowie einem unverändert intensiven Preiswettbewerb. In diesem turbulenten Marktumfeld haben wir unsere Ziele erreicht.
Ergebnisentwicklung der Allianz Gruppe
Ich komme nun zu den konkreten Zahlen: Unsere Beitrags-einnahmen stiegen weltweit von 46,2 Milliarden Euro um 16,4 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro. Die Beiträge aus Lebens-versicherungen mit überwiegendem Anlagecharakter hinzugerechnet – sie werden unter IAS nicht erfasst-, beträgt das gesamte Einnahme-volumen gut 60 Milliarden Euro.
Rund 82 Prozent der Einnahmen erzielten wir in unserem Heimatmarkt Europa. Knapp zwei Drittel der gesamten Beiträge stammen aus der Schaden- und Unfallversicherung. Die dynamische Umsatzentwicklung wurde im wesentlichen von drei Faktoren getrieben. Das interne Wachstum betrug 5,3 Prozent oder 2,4 Milliarden Euro und lag damit über unserer Planung. Veränderte Währungsparitäten als Folge eines starken US-Dollars (+1,1 Milliarden Euro) und ein veränderter Konsolidierungskreis (+4,1 Milliarden Euro) erhöhten die Prämieneinnahmen nochmals um insgesamt 5,3 Milliarden Euro.
Die Belastungen aus Naturkatastrophen nahmen erheblich zu, insbesondere bei unseren Gesellschaften in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich. Allein die beiden Stürme „Lothar“ und „Martin“ verursachten nach Rückversicherung einen Aufwand von mehr als 260 Millionen Euro. Auch von den Erdbeben in der Türkei, in Griechenland und in Taiwan waren wir betroffen.
Das Ergebnis vor Steuern und Goodwillabschreibungen stieg um 11,6 Prozent von 4,4 Milliarden Euro auf 4,8 Milliarden Euro. Als Sondereffekte sind zu nennen ein einmaliger Steuerertrag in Höhe von 484 Millionen Euro sowie eine außerordentliche Abschreibung auf den Geschäftswert der Allianz Australia in Höhe von 128 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Rückstellung in Höhe von 76 Millionen Euro als Beitrag in 1999 für den Entschädigungsfonds für Opfer und Hinterbliebene des Holocaust.
Der Jahresüberschuss stieg im Berichtsjahr 1999 von 1,8 auf 2,2 Milliarden Euro, was einem Plus von 22,8 Prozent entspricht. Bereinigt um die genannten Sondereinflüsse, die sich nach Steuern und Anteilen Dritter auf 213 Millionen Euro saldieren, wuchs unser Jahresüberschuss um 11 Prozent auf 2 Milliarden Euro, was unseren Planungen entspricht.
Ergebnis pro Aktie
Unsere verbesserte Ertragskraft schlägt sich auch in unserem Ergebnis pro Aktie nieder. Wir erzielten ein Ergebnis pro Aktie in Höhe von 9,11 Euro (Vorjahr 7,50). Bereinigt um die Sondereffekte, sind es 8,24 Euro je Aktie. Wir werden daher der Hauptversammlung zum sechsten Mal in Folge wieder vorschlagen, die Dividende zu erhöhen, diesmal um 11 Prozent von 1,12 auf 1,25 Euro.
Allianz Aktie besser als Branchendurchschnitt
Assekuranzwerte erlebten 1999 ein schwieriges Börsenjahr. Die Branchenindizes entwickelten sich deutlich schlechter als der jeweilige Gesamtmarkt. Der Dow Jones EURO STOXX Insurance blieb mit einem Plus von 1,5 Prozent weit hinter dem DAX (plus 39 Prozent) und dem Dow Jones EURO STOXX 50 (plus 46,7 Prozent) zurück.
Zinserhöhungen und Zinsängste belasteten die Aktienkurse von Versicherungstiteln. In Deutschland litten die Kurse noch zusätzlich unter der über das Jahr hindurch breit geführten Steuerdiskussion. Was dem Neugeschäft in der Lebensversicherung genutzt hat, hat dem Aktienkurs geschadet. Dennoch hat sich der Kurs unserer Aktie mit einer Performance von 5,5 Prozent im Vergleich zum Branchen-index Dow Jones EURO STOXX Insurance deutlich besser ent-wickelt – für uns ein klares Indiz für das Vertrauen der Kapitalmärkte in unsere Strategie und Geschäftspolitik.
Im laufenden Jahr konnte unsere Aktie wieder an den längerfristigen Aufwärtstrend anschließen. Der Markt reagierte zum einen auf die angekündigten Pläne der Bundesregierung zur Steuerreform und zum anderen auf den größeren Spielraum in unserer Anlagepolitik.
Die Anzahl unserer Aktionäre stieg um mehr als ein Drittel von 197.000 auf 262.000. Mit einer Marktkapitalisierung von 81,8 Milliarden Euro Ende 1999 gehörte die Allianz zur Gruppe der am höchsten bewerteten Aktiengesellschaften Europas.
Nachdem sich die Deutsche Bank von einem Teil der Allianz Aktien getrennt hat, befinden sich jetzt 51 Prozent unserer Titel im Streubesitz. Durch die geplante Reduzierung der gegenseitigen Beteiligungen von Allianz und Münchener Rück von 25 auf 20 Prozent wird sich unser Streubesitz in den nächsten Jahren nochmals deutlich auf 56 Prozent erhöhen. Dadurch machen wir die Allianz Aktie für Anleger noch attraktiver. Breit gestreute Papiere werden intensiver gehandelt mit der Folge, dass sie sich im Markt tendenziell besser entwickeln.
Berichterstattung nach Segmenten
Meine Damen und Herren,
Gestatten Sie mir heute aus Zeitgründen, dass ich die Berichterstattung nach Segmenten überspringe und sofort zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr komme. Sie finden in dem Ihnen vorliegenden Redetext kursiv gesetzt meine Bemerkungen zur Segmentberichterstattung. Eine weiterführende detaillierte Darstellung und Kommentierung enthält der Ihnen vorliegende Geschäftsberichtsentwurf auf den Seiten 46 bis 93. Schaden- und UnfallDie Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung stiegen um 16,7 Prozent von 30,9 auf 36,0 Milliarden Euro. Ihr Anteil am gesamten Konzernumsatz blieb mit 67 Prozent nahezu unverändert. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungskurseffekte, ergab sich ein internes Wachstum von 3,9 (Vorjahr: 3,6) Prozent. Es stammte in erster Linie aus der dynamischen Geschäftsentwicklung in Italien und Spanien. In diesen Märkten konnten wir Preiserhöhungen in der Autoversicherung durchsetzen, die auch dringend notwendig waren, denn die Schadenaufwendungen hatten stark zugenommen. In Deutschland gelang es unserer Sachversicherungsgruppe, den Trend rückläufiger Beitragseinnahmen zu stoppen. Erstmals seit drei Jahren wurde wieder eine leichte Umsatzsteigerung von 0,1 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro erzielt. Die Strategie, günstig verlaufenden Risikogruppen attraktive Tarife anzubieten und damit Neukunden zu gewinnen, war auch 1999 wieder erfolgreich. Die „combined ratio“, also das Verhältnis von Schadenaufwendungen und Kosten zu den verdienten Beiträgen, erhöhte sich im Geschäftsjahr 1999 um 3,7 Punkte auf 104,5 Prozent. Vor allem die schlechtere Schadenquote belastete diesen Wert. Sie stieg um 3,0 Prozentpunkte auf 77,4 Prozent.Das Ergebnis aus Kapitalanlagen verbesserte sich deutlich um 35,7 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem eine verstärkte Gewinnrealisierung in Höhe von 2,6 Milliarden Euro bei. Insgesamt stieg der Jahresüberschuss um 0,4 Milliarden Euro oder 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Dieser Zuwachs war maßgeblich von dem bereits erwähnten steuerlichen Sondereffekt beeinflusst.Zur Ergebnisverbesserung trugen hauptsächlich die Gesellschaften in Deutschland, Frankreich, Italien und in den USA bei.Lebens- und KrankenversicherungIn der Leben- und Krankenversicherung stieg der Umsatz um 16,3 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungskurseffekte, beschleunigte sich das interne Wachstum mit 8,0 Prozent deutlich gegenüber dem Vorjahr (3,6 Prozent). Vornehmlich die gute Geschäftsentwicklung in Deutschland führte zu einer spürbaren Umsatzsteigerung. Getrieben wurde diese Entwicklung durch die anhaltende politische Diskussion um die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung und die Pläne der Bundesregierung, Kapital bildende Lebensversicherungen zu besteuern.Das Ergebnis aus Kapitalanlagen in Höhe von 11,3 (Vorjahr: 9,9 ) Milliarden Euro stand weiterhin unter dem Einfluss niedriger Zinsen in vielen Ländern, da mehr als zwei Drittel der Anlagemittel in Zinspapieren angelegt sind. Allerdings nutzten wir die günstige Börsensituation zur Realisierung von Kursgewinnen. Der Ertrag aus diesen Verkäufen verdoppelte sich auf 1,6 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss lag mit 0,4 Milliarden Euro nur leicht über dem Vorjahreswert. Der Grund hierfür ist eine Sonderentwicklung in den USA. Dort musste unsere Konzerntochter Allianz Life of North America Abschreibungen auf aktivierte Abschlußkosten bei fondsgebundenen Rentenversicherungen vornehmen, weil zahlreiche Policen gekündigt wurden. Der Grund dafür war die schlechte Performance von Fonds, die von externen Fondsmanagern verwaltet wurden. Dies führte zu einem Verlust von 0,8 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte diese Gesellschaft einen Gewinn von 100 Millionen Euro erzielt.Asset Management und sonstige Finanzdienstleistungen.Das Vermögensmanagement für Dritte ist ein neues Kerngeschäft und wurde 1999 erstmals über eine vollständige Geschäftsperiode betrieben. Für private und institutionelle Kunden betreuten wir 1999 Kapitalanlagen im Volumen von 30 (Vorjahr: 20) Milliarden Euro. Obwohl dieses Segment sich noch im Aufbau befindet, weist es für 1999 schon einen Jahresüberschuss von 53 (Vorjahr: 22) Millionen Euro aus. Der Ertrag aus diesem Geschäft verbesserte sich in allen Märkten. Über dieses neue Kerngeschäft hinaus managen wir Kapitalanlagen aus dem Versicherungsgeschäft in Höhe von 320 (287) Milliarden Euro. Das Gesamtergebnis aus dieser Anlagetätigkeit erhöhte sich auf 18,4 (Vorjahr: 14,8) Milliarden Euro. Darin sind Gewinnrealisierungen im Volumen von 5,9 (Vorjahr: 3,0) Milliarden Euro enthalten.Ausblick 2000 Bevor ich zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr komme, noch einige kurze Anmerkungen zum ersten Quartal 2000.Unsere Bruttobeitragseinnahmen erhöhten sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 7,2 Prozent von 15,7 auf 16,8 Milliarden Euro. Unter Einrechnung der anlageorientierten Produkte – die in IAS nicht zum Umsatz gerechnet werden – erreichten wir sogar einen Zuwachs von 13,4 Prozent.In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 5,3 Prozent von 11,3 auf 11,9 Milliarden Euro. In der Lebens- und Krankenversicherung konnten wir den Umsatz um gar um 11,9 Prozent von 4,4 auf 4,9 Milliarden Euro steigern. Wenn man die anlageorientierten Produkte, wie beispielsweise die fondsgebundenen Lebensversicherungen dazuzählt, kommen wir sogar auf einen Anstieg um 28,9 Prozent von 5,9 Milliarden Euro im ersten Quartal des Vorjahres auf 7,6 Milliarden Euro im entsprechenden Zeitraum dieses Jahres.Auch vor diesem Hintergrund trauen wir uns zu, unsere Ergebnisprognose für das gesamte Geschäftsjahr aufrecht erhalten zu können.Damit komme ich nun zu den Aussichten für das volle Jahr 2000. Die Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung – anziehende Konjunktur in Europa, Abschwächung in den NAFTA-Ländern, bescheidenes Wachstum im asiatischen Raum – lassen noch keine spürbaren Impulse für die Versicherungswirtschaft erwarten. Wir wollen heuer wie in den vergangenen Jahren weiter Kosten verringern, Geschäftsabläufe optimieren und Portfoliobereinigungen vornehmen. Dadurch werden wir unsere Ertragskraft weiter verbessern. Das ist unser ehrgeizigstes Ziel. Darüber hinaus wollen wir in allen Märkten unseren gruppenübergreifenden Wissenstransfer nutzen, um durch Produktinnovationen und den Ausbau unserer Vertriebswege unser internes Wachstum zu stärken.Den folgenden Zahlen liegen die Wechselkurse Ende 1999 zugrunde.Wir haben uns vorgenommen, bis zum Jahresende 2000 die Beitragseinnahmen um 2,2 Milliarden Euro beziehungsweise 4 Prozent auf 56 Milliarden Euro zu steigern. Im Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen erwarten wir bei der Vermögensverwaltung für Dritte einen deutlichen Sprung. Die Assets under Management werden durch die erstmalige Einbeziehung von PIMCO, die zum 31.März 2000 Assets im Wert von rund 277 Milliarden Euro verwalten, deutlich steigen.Der mit Spannung erwartete Millenniumswechsel verlief, anders als von vielen Experten vorausgesagt, ohne wesentliche Probleme ab. Unsere Gruppengesellschaften hatten sich rechtzeitig und intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet, so dass es zu keinen nennenswerten Störungen beim Datumswechsel kam. Auch unsere Kunden meldeten bis jetzt keine berichtenswerten Schäden, so dass wir hier keine besonderen Belastungen erwarten.Wir rechnen beim Jahresüberschuss für das Jahr 2000 mit einer Verbesserung um etwa 10 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro. Dabei lassen wir die Sondereffekte des Berichtsjahres außer Acht, gehen also von dem bereinigten Wert des Jahres 1999 in Höhe von 2 Milliarden Euro aus. Diese Einschätzung steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich keine größeren Belastungen aus Naturkatastrophen und Großschäden ergeben und auf den Kapitalmärkten größere Turbulenzen ausbleiben.
Internationalisierung und Ausbau der Kerngeschäfte
Bilanzpressekonferenz der Allianz AG am 19. Mai 2000
Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Henning Schulte-Noelle
Meine Damen und Herren,
auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999 haben wir konsequent und systematisch an der Erreichung unserer strategischen Ziele gearbeitet. Sie lassen sich zusammenfassen im Streben nach profitablem Wachstum durch die weitere Internationalisierung der Allianz Gruppe und dem Ausbau unserer Kerngeschäfte.In 18 Ländern haben wir unser Ziel erreicht, zu den ersten fünf Anbietern zu gehören oder führend in Spezialmärkten zu sein. Der entscheidende Fortschritt 1999 war die erfolgreiche Integration der AGF Gruppe. Geräuschlos und effizient passten wir in den verschiedenen Märkten unsere Strukturen an die neue Gruppen-dimension an. Wir können uns jetzt in unserem europäischen Heimatmarkt ganz auf Wachstum und Mehrwert konzentrieren. Im sich dynamisch entwickelnden Spezialmarkt der Assistanceleistungen haben wir ebenfalls unsere Kräfte gebündelt. Aus der AGF Gesellschaft Mondial Assistance und der ELVIA Reiseversicherungs-Gruppe entstand Elmonda, der weltweit führende Anbieter für Hilfe- und Serviceleistungen aller Art. Unsere Kreditversicherer Euler und Hermes gründen ein Joint Venture am Londoner Markt. Beide sind die Nummer eins in ihren Heimatmärkten Frankreich und Deutschland. Mit beiden Portfolios zusammen belegen wir als Kreditversicherer auch weltweit den ersten Rang.Wir haben unser Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft weiter ausgebaut. In den Vereinigten Staaten verstärkten wir uns in der Personenversicherung durch den Zukauf aller ausstehenden Anteile von LifeUSA. Das Produktangebot dieser Gesellschaft ergänzt sich mit dem Portfolio der Allianz. Zusammen verfügen unsere Gesellschaften jetzt über ein umfassendes Vertriebsnetz. Über unser Kompetenzcenter der Vereinten Krankenversicherung AG bauten wir das internationale Krankenversicherungsgeschäft weiter aus. In Irland gründeten wir die Allianz Worldwide Care, Ltd. Wir werden sie zu einem führenden Anbieter so genannter Expatriate-Krankenversicherungen entwickeln, einer attraktiven Geschäftsnische mit hohem Wachstumspotenzial. Die Produkte sind auf die Bedürfnisse von Arbeitnehmern zugeschnitten, die für ihr Unternehmen im Ausland arbeiten. In den aufstrebenden Märkten sind wir unserem Ziel wieder ein Stück näher gekommen, uns als einer der führenden ausländischen Versicherer zu positionieren. Dabei haben wir 1999 vor allem im asiatisch-pazifischen Raum gute Fortschritte gemacht. In Südkorea, dem sechstgrößten Lebensversicherungsmarkt der Welt, haben wir die Allianz First Life übernommen – die Nummer vier in diesem Geschäftssegment.Die Gesellschaft wird derzeit an moderne Unternehmensstrukturen angepasst und erhält eine neue Vertriebsausrichtung, die aber nicht wir in der Münchener Zentrale bestimmen, sondern der Kunde in Südkorea – insofern ist Südkorea ein gutes Beispiel für den Multidistributions-Ansatz in der Allianz Gruppe. In Taiwan erwarben wir 50 Prozent an der Allianz President und der Allianz President Life. Ausserdem sind wir in das Krankenversicherungsgeschäft auf den Philippinen und in Singapur eingestiegen.
Auch in Zentral- und Osteuropa kommen wir weiter gut voran. So haben wir in Tschechien das Autohaftpflichtversicherungsgeschäft nach dem Wegfall des Monopols aus dem Stand auf einen Marktanteil von 15 Prozent ausgebaut. Auch hier gehören wir mittlerweile zu den ersten fünf Anbietern.Im neuen Kerngeschäftsfeld Asset Management haben wir 1999 durch den Kauf von PIMCO einen Quantensprung nach vorne gemacht. Formalrechtlich haben wir diese wichtige Transaktion in diesem Frühjahr abgeschlossen. Gemeinsam mit PIMCO gehören wir nun mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von rund 670 Milliarden Euro zu den führenden Asset Manager in der Welt. Die wechselseitige strategische Ergänzung ist geradezu ideal: PIMCO verschafft uns Eintritt in den Wachstumsmarkt Asset Management im größten Kapitalmarkt der Welt. Wir öffnen unserer US-amerikanischen Gruppengesellschaft ein weites Tor zu Europa, das Vermögensverwaltern glänzende Geschäftsmöglichkeiten bietet. Zusammen werden wir uns im asiatisch-pazifischen Markt engagieren.Sie sehen, meine Damen und Herren, wir arbeiten zielstrebig und beharrlich an der Umsetzung unserer strategischen und geschäftspolitischen Ziele. Sie sehen auch: Profitables Wachstum ist für uns kein Lippenbekenntnis, sondern die Richtschnur unseres unternehmerischen Handelns. Wir werden deshalb auch den von den Steuerreformplänen der Regierung mit angestoßenen Prozess der Umschichtung von Beteiligungskapital in unsere Kerngeschäfte konsequent weiter vorantreiben. Wir werden im Sinne aktiven Portfolio-Managements gezielt in den Ausbau unserer Kerngeschäfte Versicherung, Vorsorge und Vermögensaufbau investieren. Das jüngste Beispiel hierfür ist die geplante Reduzierung der Beteiligung an der Münchener Rück. Das freiwerdende Kapital werden wir zur Abrundung unserer inländischen Sachversicherungs-Aktivitäten und zum weiteren Ausbau unserer Kerngeschäfte Vorsorge und Vermögensverwaltung nutzen.Darüber hinaus haben wir das Mehrwertkonzept „economic value added“ (EVA) in der Gruppe bereits in wichtigen Schritten umgesetzt. Mit diesem Steuerungsansatz stellen wir sicher, dass alle Gruppengesellschaften durchgängig ein zentrales Ziel verfolgen: den Wert der Allianz Gruppe nachhaltig durch profitables Wachstum in ihren Kerngeschäftsfeldern zu steigern.Wir werden uns auch künftig nicht scheuen, uns aus unprofitablen Geschäftsfeldern zurückzuziehen. Wir haben in unserem diesjährigen Geschäftsbericht wieder versucht, in punkto Transparenz und Bilanzierung neue Maßstäbe zu setzen. Im Konzernanhang finden Sie auf den Seiten 34 bis 42 eine detaillierte Auflistung unserer Beteiligungen und Anteile an anderen Unternehmen. Darunter befinden sich etliche Engagements, die eigentlich dem Handelsbestand zuzurechnen sind und die weit unter der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht liegen. Mit dieser Offenheit und Transparenz wollen wir ein klares Signal zur aktiven Unterstützung der Aktionärskultur geben.Ich möchte an dieser Stelle ein paar Bemerkungen zur Anlagepolitik der Allianz machen. Im Zusammenhang mit den Plänen der Regierung zur Steuerreform entstand mancherorts eine falsche Erwartung hinsichtlich unserer Portfolio-Politik. Als Kapitalsammelstelle, die das Geld von Kunden und Aktionären so rentabel wie möglich anlegt, werden wir auch in Zukunft langfristige Beteiligungen halten und neue eingehen. Diese Anlageform hat sich für uns in der Vergangenheit überdurchschnittlich rentiert, bleibt für uns hochinteressant und erfüllt im übrigen auch einen wichtigen volkswirtschaftlichen Zweck, nämlich die Bereitstellung von Kapital für unternehmerisches Wachstum. Wir werden uns also keineswegs von dieser Anlageform verabschieden. Wir werden aber in Zukunft – in der Erwartung, dass die Steuerreformpläne der Regierung sich realisieren – in unserer Portfolio-Politik generell aktiver, flexibler und somit noch renditeträchtiger agieren können. Hinzu kommt: Der Euro ermöglicht uns eine nicht mehr auf Deutschland, sondern auf Europa hin orientierte Anlagestrategie. Diese Vorteile in der Beweglichkeit und in der Eröffnung neuer Anlagespielräume werden wir nutzen, um unsere Performance weiter zu verbessern, um unser Kerngeschäft auszubauen und das excess capital zu reduzieren.
Meine Damen und Herren,damit unsere Aktionäre mit uns zufrieden sind, muss eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein. Unsere Kunden müssen es auch sein. Und wir haben uns immer verstanden als ein Unternehmen, dessen Basis vor allem das Geschäft mit Privatkunden ist. Wir sind inzwischen in 77 Ländern vertreten und bedienen rund 60 Millionen Privatkunden. Die Geschichte und der Erfolg unseres Unternehmens ist eng verbunden mit unserem Fokus auf die Kunden.Dieser Tradition und diesem Erfolg fühlen wir uns als Allianz verpflichtet und werden deshalb alle Anstrengungen unternehmen, um auch in Zukunft unsere starke Position zu halten und wenn möglich noch weiter auszubauen. Der Erfolg im Privatkundengeschäft definiert sich heute über Schnelligkeit und Zuverlässigkeit bei Serviceleistungen sowie Innovation und Qualität bei Produkten. Ich führe aus der Vielzahl der Initiativen in 1999 nur einige Beispiele an.Wir starten in diesem Jahr mit einer ganzen Reihe von Service- und Internet-Aktivitäten, auf die ich später noch einmal zurückkommen werde. Auch im Produktbereich können wir Ihnen dieses Jahr wieder innovative Schritte präsentieren. Als erster Versicherer in Deutsch-land bieten wir unseren Kunden auch international eine Patent-Haftpflichtversicherung als Schutz vor Vermögensschäden. Als einer der ersten Versicherer werden wir mit einer Haftpflichtversicherung gegen Computerschäden auf den Markt kommen. Der Computervirus „I love you“ ist uns ja allen noch in bester Erinnerung. Ich komme gleich nochmal auf dieses Produkt zurück.Als einer der ersten Versicherer bieten wir Arbeitnehmern, die für ihr Unternehmen im Ausland arbeiten, einen weltweiten Versicherungsschutz für den Krankheitsfall. Wir haben in Deutschland unsere Kfz-Versicherung mit einem Ausland-Schadenschutz erweitert. Hier profitiert der Kunde ganz unmittelbar von der internationalen Leistungsfähigkeit unserer Schadenregulierung. Im Bereich Asset Management werden wir noch im Mai mit dem innovativen Dachfondskonzept „Horizont“ auf den Markt kommen. Der Allianz Horizont Fonds besteht aus acht Teilfonds, die in unterschiedliche Investmentfonds investieren. In diesem Konzept werden erstmals in Deutschland auch Fonds enthalten sein, die von PIMCO gemanagt werden. Eine Vertriebsausweitung gemeinsamer Produkte in weitere europäische Länder ist geplant.
Meine Damen und Herren Journalisten,
dieser Saal beherbergt ein paar Hundert Reporter. Jeder Internet-User, der ein Interesse an uns hat, kann in diesem Augenblick hören und sehen, was ich sage, da wir online senden. Wer also will, kann sich selbst einen Eindruck von meinen Ausführungen verschaffen, direkt und ohne Ihre Vermittlung als Medienvertreter. Denn es gibt Menschen, die gerne direkt zur Quelle gehen, um ihr Basisbedürfnis an Information abzudecken. Sie schauen uns jetzt zu und auch diese Damen und Herren am Bildschirm möchte ich heute begrüßen. Andere lesen, hören oder sehen viel lieber Ihre Berichte, die Stories der vertrauten Redakteure bei ihrem Lieblingsmedium. Das ist auch gut so: Ich glaube, jeder von uns genießt diese Informationsvielfalt. Es ist Platz für alle, denn auch die Kundenbedürfnisse sind sehr unterschiedlich.Genauso ist es auch in unseren Kerngeschäften. Kunden wollen selber entscheiden, was für Dienstleistungen oder Produkte sie über welche Vertriebskanäle kaufen wollen, welche Informationen sie wünschen und was für einen Beratungsbedarf sie haben. Wie begegnet die Allianz der Internet-Herausforderung? Diesem Thema haben wir uns im letzten Jahr besonders intensiv gewidmet und in den vergangenen Monaten eine Reihe von Weichenstellungen vorgenommen.In einem Satz: Wir wollen mehr PS auf die Straße bringen. Und so haben wir ein 6-Punkte-Programm aufgestellt :
1.) Die Errichtung eines weltweiten Allianz Portals. Wie in der realen Welt, wird das eine Holding sein – in diesem Fall virtuell – , innerhalb derer sich die einzelnen Gruppengesellschaften für ihre spezifischen Märkte und Kunden präsentieren.
2.) Ein systematisch organisierter und kontinuierlicher Wissenstransfer innerhalb der Gruppe.
3.) Als Struktur für dieses Geschäft haben wir eine schlanke und durchsetzungsfähige e-business-Taskforce eingesetzt, um schnell und gezielt Innovationen zu implementieren und Prozesse zu treiben. Jede große Gruppengesellschaft oder Region hat einen e-commerce Koordinator benannt. Ein Gruppenkoordinator für e-commerce verantwortet die Arbeit dieses Teams. Unser Vorstand und das International Executive Committee werden regelmäßig über die Arbeit informiert.
4.) Jährliche Investitionen von dreistelligen Euro-Millionenbeträgen in technologische Plattformen, Anwendungsentwicklung, Produkt- und Serviceinnovationen.
5.) Strategische Partnerschaften mit Unternehmen der new economy. Erst vor ein paar Tagen haben wir mit Cisco, dem führenden Anbieter für Hard- und Software von Netzwerkkomponenten einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Inhalt dieser Zusammenarbeit ist die Optimierung von Intranet-Prozessen, Kundenservice sowie die Weiterentwicklung von e-commerce-Modellen je nach lokaler Marktsituation.
6.) E-business hat Priorität. Wir im Vorstand der Holding kümmern uns direkt und kontinuierlich darum, dass diese Prozesse in der Allianz Gruppe zügig vorankommen. Dabei ist die gesamte Wertschöpfungskette in unserem Blickfeld. Von den neuen Medien können unsere Aktionäre durch schlankere und kostengünstigere Abläufe profitieren, unsere Kunden durch zusätzliche Informations-, Service- und Einkaufsmöglichkeiten, unsere Mitarbeiter über Intranet durch eine schnellere und bessere Kommunikation.
Meine Damen und Herren,
Wir haben in den vergangenen Jahren innerhalb der Allianz Gruppe umfangreiche Erfahrungen im Bereich Internet gesammelt. Unter Berücksichtigung der Wünsche unserer Kunden bündeln wir nun dieses Wissen und investieren dementsprechend in neue Technologien. Unsere starken Marken erlauben es uns, gerade in der virtuellen Welt neue Kundenverbindungen zu erschließen.Auf diesem Weg wollen wir uns nicht beirren lassen. Weder von der Euphorie der vielfältigen Ankündigungen in diesem Bereich und den teilweise übersteigerten Erwartungen. Wenn es nämlich eine typische Charakteristik für das Internet gibt, so ist es die Transparenz. Bluffen funktioniert im Internet nicht. Jedermann kann in ein paar Minuten feststellen, ob sich öffentliche Versprechungen mit der Realität decken.Wir sehen die Möglichkeiten, aber auch die Risiken der neuen Technologien, und das wird Sie nicht wundern, da wir Versicherer sind. Der „I love you“-Virus hat bei uns keine gravierenden Schäden verursacht. Aber es hat sich bestätigt, dass sichere IT-Systeme eine wichtige Vorbedingung für ein erfolgreiches Agieren in diesem Bereich sind. Unser Geschäft basiert auf dem Vertrauen unserer Kunden in uns: Das erfordert einen verantwortungsvollen Umgang mit den Fragen der Sicherheit bei Transaktionen und dem Datenaustausch im Netz.Wie also ist die Position der Allianz zu Internet, e-commerce und new economy? Ich denke, am besten lässt sich unsere Einstellung hierzu als dynamisch und pragmatisch beschreiben – nach der Devise: Wir wollen nicht alles nutzen, was möglich ist, aber alles möglich machen, was nützt. Aber auch unter dieser pragmatischen operativen Devise lassen sich beachtliche Veränderungen herbeiführen. Ich möchte Ihnen aus einer Fülle von Aktivitäten in der Allianz Gruppe nur einige Beispiele zeigen, um die Handlungsspielräume deutlich zu machen. Hierbei konzentriere ich mich auf die drei Bereiche Online-Service, Business to Consumer und Business to Business.(Chart 6)1.) Online Service. Seit wenigen Monaten bieten wir in Deutschland beispielsweise den Allianz Online Service (aos) an. Obwohl wir das aos noch nicht beworben haben, sind schon über 10.000 Kunden als User registriert. Sie können über einen individuellen Zugangscode online zum Beispiel Fondsbanking betreiben oder ihren Vertrag der Lebensversicherung einsehen, dort ihre Kundendaten aktualisieren - etwa eine Adressänderung - oder einen neuen Begünstigten eintragen. Solcher Zuspruch für das Angebot des Allianz Online Service bestätigt uns in dem eingeschlagenen Weg. Fast zeitgleich hat die RAS in Italien einen sehr ähnlichen Online Service im Angebot, Twistras. 2.) Business to Consumer. In Deutschland kann man eine Risikolebensversicherung der Allianz übers Netz kaufen (www.dlvg.de), in Italien haben seit vergangenem Herbst schon 30.000 Menschen ihre Kfz-Versicherung per Mausklick bei einer RAS-Gesellschaft erworben (www.genialloyd.it), jetzt werden auch Hausratversicherungen online verkauft. In Brasilien vertreibt die AGF Standardversicherungen für Marine, Luftfahrt oder Auto über das Internet. Eine ganze Reihe von weiteren Angeboten sind momentan in allen Erdteilen in der Pipeline.3.) Business to Business. In diesem Bereich führen die Transaktionen im Netz zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Firmen, die ihre Gruppenlebensversicherungen bei Allianz Leben gezeichnet haben oder bei einer anderen Allianz Gesellschaft im Verbund für betriebliche Altersversorgung (All Net), nutzen schon heute das Internet, um einen zeitnahen Einblick in die Versicherungsdaten zu erhalten oder die Jahresabschlüsse der Geschäftsverbindung über das Internet zu prüfen. Im Schaden-, und Unfall-versicherungsgeschäft in Deutschland wird ein Geschäftsvolumen von über 1 Milliarde DM Internet-gestützt abgewickelt. Die Autohändler von Marken, mit denen wir kooperieren, holen sich die Tarifierungsmerkmale für ihre Kunden übers Netz. Im Mitarbeitergeschäft läuft zur Zeit ein Pilotprojekt hier in Deutschland bei Allianz Leben, das die innovative Technologie der Identrus Smart Card einsetzt, die es Firmenkunden erlaubt, ihre Mitarbeiterversicherungen für die betriebliche Altersvorsorge online zu verwalten. Über einen elektronischen Schlüssel und eine digitale Unterschrift kann das ständig variierende Datenmaterial im Rahmenvertrag der Firma online verwaltet werden. Fest in das Netz eingebunden sind auch alle Allianz Agenturen über das Agentur Management Information System, ein privates virtuelles Netz, das derzeit fast 40.000 Benutzer in Deutschland hat. Damit ermöglichen wir unseren Vertretern und deren Mitarbeitern, auf einer Internetplattform schneller und effizienter ihre Arbeitsprozesse zu managen. Und das sind nur einige der Beispiele aus diesem Bereich.Wir haben das virtuelle Netz überall dort straff gespannt, wo die Allianz für ihre Kunden und die Geschäftsprozesse Nutzen gewinnen kann. Das heißt für uns aber auch, dass man nicht jeden Faden spannen muss, der technisch möglich wäre. Und wir sind uns sehr wohl bewusst, dass das virtuelle Netz immer noch Lücken hat und Risiken birgt. Risiken, die wir für unsere eigenen Aktionen bedacht haben, mit denen wir aber auch unsere Kunden nicht allein lassen werden.Da unsere Firmen- und Konzernkunden Geschäfte zunehmend online abwickeln, bieten wir ab Sommer in mehreren europäischen Ländern unseren Kunden eine Haftpflichtversicherung für Internetrisiken an. Das neue Produkt ergänzt bestehende Deckungen für Betriebs- und Produkthaftpflicht um Risiken, die aus dem Business to Business Handel im Netz entstehen können. Verletzung gewerblicher Schutzrechte, Datendiebstahl und auch Hackerangriffe, für die unser Versicherungsnehmer haftet sowie die Abwehr unberechtigter Ansprüche gegen ihn, sind damit bei der Allianz versicherbar.Alle Aktivitäten, die wir aktiv im Netz umsetzen, werden schließlich unterstützt durch Beteiligungen, die die Allianz mit Unternehmen der IT Branche eingegangen ist und die – auch unabhängig vom reinen Finanzengagement – für e-business-Aktivitäten der Gruppe als Partner in Frage kommen können. Wir haben beispielsweise über die Verbindung mit VQECH, einem Anbieter für Internetzahlungsverkehr, berichtet.
Last but not least zum Thema Internet: Auch unsere Aktionäre sollen in den Genuß der Bequemlichkeiten dieses Mediums kommen. Wie Sie der Tagesordnung zu unserer nächsten Hauptversammlung in Ihrer Pressemappe entnehmen, beantragen wir – unter TOP 9 – eine Satzungsänderung, die unseren Aktionären ermöglichen soll, Bürokratie z.B. bei der Vollmachtserteilung zu vermeiden. Damit stellen wir uns schon auf künftige gesetzliche Änderungen ein, die gerade in Vorbereitung sind. Noch sind wir weit von der „virtuellen HV“ entfernt, dafür fehlen die rechtlichen Rahmenbedingungen derzeit noch. Das war erst ein Blick auf die Fäden des weltweit gespannten Netzwerkes der Allianz Group.Einige Beobachter benutzen im Zusammenhang mit der Allianz gerne das Bild von der „Spinne im Netz“ – ein oft strapazierter Vergleich. Hier, erlauben Sie mir diese Bemerkung, ist es angebracht: Die Kunden sind heutzutage die Spinnen im Netz. Sie ziehen an den entscheidenden Fäden. Zu diesem Zweck spannen wir in der Allianz Gruppe unser multilokales Netz, das es erlaubt, die Signale der Kunden einzufangen und uns auf sie einzustellen. Dabei richten sich die Angebote unserer Gesellschaften im Internet nach den lokalen Kundenwünschen und der jeweiligen Marktsituation.Die Erfahrungen, die wir online in den verschiedenen Märkten sammeln, werden wir zum einen nutzen, um Bewährtes auch in anderen Ländern und Geschäftssegmenten einzusetzen. Zum anderen werden wir in naher Zukunft die Internet - Auftritte der Gruppengesellschaften zu einem gemeinsamen „Look and Feel“ verschmelzen, wie es in der Internetwelt heißt.Denn hier können wir die wachsende Stärke der Marke Allianz nutzen, um unseren Kunden weltweit einen Einstieg in die vielfältige Allianz Welt zu ermöglichen. Damit führen wir über die Marke Allianz potentielle Kunden und Interessenten auch an unsere starken lokalen Marken heran. Wie bei unserer weltweiten Werbekampagne geleiten wir unsere stakeholder über die Brücke der Allianz Marke zu lokalen Angeboten an Information, Service und Produkten.
Meine Damen und Herren,
wenn man heute von Marken redet, kommt man nicht an einer Entwicklung vorbei, die ein kluger Beobachter als „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ bezeichnet hat. Gemeint ist damit, dass die Bekanntheit eines Unternehmens für seinen Geschäftserfolg immer wichtiger wird. Gleichzeitig wird es aber immer schwieriger, sich als Unternehmen mit seinem Profil und seiner Marke Aufmerksamkeit zu verschaffen. Damit wird die Kommunikation einer Marke – oder neudeutsch: das branding – zu einem wichtigen strategischen Wettbewerbsfaktor.Auf diese Entwicklung haben wir uns gemeinsam mit unseren Gesellschaften und deren starken lokalen Marken eingestellt und gestern Nachmittag mit dem Formel 1-Team BMW.Williams F1 einen Partnerschaftsvertrag und mit der FIA, der Fédération Internationale de l´Automobile, eine Absichtserklärung unterzeichnet .Unsere Zusammenarbeit mit diesen Partnern ist langfristig angelegt: - Sie beinhaltet globale Sponsoringaktivitäten, die unsere vor einem Jahr angelaufene internationale Image-Kampagne „The power on your side“ ergänzen und unterstützen werden, insbesondere in Märkten, in denen die Allianz und ihre Kompetenz im Risiko Management und als Versicherer noch nicht so bekannt sind wie in Deutschland.- Die Kooperation sieht auch – und das ist in der Formel 1 ein Novum – eine Zusammenarbeit im Risiko-Management vor und damit verbunden einen Wissens-Transfer zwischen dem BMW.WilliamsF1 Team und der Allianz, und hier speziell mit unserem Allianz Zentrum für Technik; Ziel ist es, gemeinsam die hohen Sicherheitsstandards in der Formel 1 und in der Industrie zu optimieren und für die Allgemeinheit nutzbar machen, also für Privat- und Industriekunden Mehrwert zu schaffen. - Wir werden offizieller Partner von Williams im Bereich Finanzdienst-leistungen, z. B. bei Versicherungen und im Asset Management. - Schließlich werden wir auch mit der FIA auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit zusammenarbeiten und hier die speziellen Kompetenzen unseres Allianz Zentrum für Technik und des Weltautomobilverbandes nutzbringend zusammenführen.Risiken erkennen, bevor sie entstehen, bevor sie sich auswirken. Wir wollen Schäden verhüten oder wenigstens in ihrer Auswirkung begrenzen. Wir wollen nicht bloß Versicherer, sondern Entwicklungspartner sein, für Sicherheit sorgen. Das ist unser Anspruch, seit Jahrzehnten.Dieses aktive Sicherheitsdenken ist für uns als einem der global führenden Anbieter von Versicherungsschutz und Risiko Management seit jeher selbstverständlich. In der Pressemappe finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema.
Ich möchte an dieser Stelle nur noch sagen: Wir freuen uns über diese Entwicklungspartnerschaft und auf die Zusammenarbeit mit dem BMW.WilliamsF1 Team und mit der FIA, dem Verband von 150 Automobilclubs in 117 Ländern.Ganz unabhängig von unserem Engagement in der Formel 1 kann man sagen: Die Allianz startet 2000 durch. Ich gebe aber zu, unser Einstieg in die Welt der Hochleistungsmotoren verführt zusätzlich zu diesem bildhaften Fazit meiner Ausführungen. Wir stehen nun gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999 haben wir konsequent und systematisch an der Erreichung unserer strategischen Ziele gearbeitet. Sie lassen sich zusammenfassen im Streben nach profitablem Wachstum durch die weitere Internationalisierung der Allianz Gruppe und dem Ausbau unserer Kerngeschäfte.In 18 Ländern haben wir unser Ziel erreicht, zu den ersten fünf Anbietern zu gehören oder führend in Spezialmärkten zu sein. Der entscheidende Fortschritt 1999 war die erfolgreiche Integration der AGF Gruppe. Geräuschlos und effizient passten wir in den verschiedenen Märkten unsere Strukturen an die neue Gruppen-dimension an. Wir können uns jetzt in unserem europäischen Heimatmarkt ganz auf Wachstum und Mehrwert konzentrieren. Im sich dynamisch entwickelnden Spezialmarkt der Assistanceleistungen haben wir ebenfalls unsere Kräfte gebündelt. Aus der AGF Gesellschaft Mondial Assistance und der ELVIA Reiseversicherungs-Gruppe entstand Elmonda, der weltweit führende Anbieter für Hilfe- und Serviceleistungen aller Art. Unsere Kreditversicherer Euler und Hermes gründen ein Joint Venture am Londoner Markt. Beide sind die Nummer eins in ihren Heimatmärkten Frankreich und Deutschland. Mit beiden Portfolios zusammen belegen wir als Kreditversicherer auch weltweit den ersten Rang.Wir haben unser Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft weiter ausgebaut. In den Vereinigten Staaten verstärkten wir uns in der Personenversicherung durch den Zukauf aller ausstehenden Anteile von LifeUSA. Das Produktangebot dieser Gesellschaft ergänzt sich mit dem Portfolio der Allianz. Zusammen verfügen unsere Gesellschaften jetzt über ein umfassendes Vertriebsnetz. Über unser Kompetenzcenter der Vereinten Krankenversicherung AG bauten wir das internationale Krankenversicherungsgeschäft weiter aus. In Irland gründeten wir die Allianz Worldwide Care, Ltd. Wir werden sie zu einem führenden Anbieter so genannter Expatriate-Krankenversicherungen entwickeln, einer attraktiven Geschäftsnische mit hohem Wachstumspotenzial. Die Produkte sind auf die Bedürfnisse von Arbeitnehmern zugeschnitten, die für ihr Unternehmen im Ausland arbeiten. In den aufstrebenden Märkten sind wir unserem Ziel wieder ein Stück näher gekommen, uns als einer der führenden ausländischen Versicherer zu positionieren. Dabei haben wir 1999 vor allem im asiatisch-pazifischen Raum gute Fortschritte gemacht. In Südkorea, dem sechstgrößten Lebensversicherungsmarkt der Welt, haben wir die Allianz First Life übernommen – die Nummer vier in diesem Geschäftssegment.Die Gesellschaft wird derzeit an moderne Unternehmensstrukturen angepasst und erhält eine neue Vertriebsausrichtung, die aber nicht wir in der Münchener Zentrale bestimmen, sondern der Kunde in Südkorea – insofern ist Südkorea ein gutes Beispiel für den Multidistributions-Ansatz in der Allianz Gruppe. In Taiwan erwarben wir 50 Prozent an der Allianz President und der Allianz President Life. Ausserdem sind wir in das Krankenversicherungsgeschäft auf den Philippinen und in Singapur eingestiegen.
Auch in Zentral- und Osteuropa kommen wir weiter gut voran. So haben wir in Tschechien das Autohaftpflichtversicherungsgeschäft nach dem Wegfall des Monopols aus dem Stand auf einen Marktanteil von 15 Prozent ausgebaut. Auch hier gehören wir mittlerweile zu den ersten fünf Anbietern.Im neuen Kerngeschäftsfeld Asset Management haben wir 1999 durch den Kauf von PIMCO einen Quantensprung nach vorne gemacht. Formalrechtlich haben wir diese wichtige Transaktion in diesem Frühjahr abgeschlossen. Gemeinsam mit PIMCO gehören wir nun mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von rund 670 Milliarden Euro zu den führenden Asset Manager in der Welt. Die wechselseitige strategische Ergänzung ist geradezu ideal: PIMCO verschafft uns Eintritt in den Wachstumsmarkt Asset Management im größten Kapitalmarkt der Welt. Wir öffnen unserer US-amerikanischen Gruppengesellschaft ein weites Tor zu Europa, das Vermögensverwaltern glänzende Geschäftsmöglichkeiten bietet. Zusammen werden wir uns im asiatisch-pazifischen Markt engagieren.Sie sehen, meine Damen und Herren, wir arbeiten zielstrebig und beharrlich an der Umsetzung unserer strategischen und geschäftspolitischen Ziele. Sie sehen auch: Profitables Wachstum ist für uns kein Lippenbekenntnis, sondern die Richtschnur unseres unternehmerischen Handelns. Wir werden deshalb auch den von den Steuerreformplänen der Regierung mit angestoßenen Prozess der Umschichtung von Beteiligungskapital in unsere Kerngeschäfte konsequent weiter vorantreiben. Wir werden im Sinne aktiven Portfolio-Managements gezielt in den Ausbau unserer Kerngeschäfte Versicherung, Vorsorge und Vermögensaufbau investieren. Das jüngste Beispiel hierfür ist die geplante Reduzierung der Beteiligung an der Münchener Rück. Das freiwerdende Kapital werden wir zur Abrundung unserer inländischen Sachversicherungs-Aktivitäten und zum weiteren Ausbau unserer Kerngeschäfte Vorsorge und Vermögensverwaltung nutzen.Darüber hinaus haben wir das Mehrwertkonzept „economic value added“ (EVA) in der Gruppe bereits in wichtigen Schritten umgesetzt. Mit diesem Steuerungsansatz stellen wir sicher, dass alle Gruppengesellschaften durchgängig ein zentrales Ziel verfolgen: den Wert der Allianz Gruppe nachhaltig durch profitables Wachstum in ihren Kerngeschäftsfeldern zu steigern.Wir werden uns auch künftig nicht scheuen, uns aus unprofitablen Geschäftsfeldern zurückzuziehen. Wir haben in unserem diesjährigen Geschäftsbericht wieder versucht, in punkto Transparenz und Bilanzierung neue Maßstäbe zu setzen. Im Konzernanhang finden Sie auf den Seiten 34 bis 42 eine detaillierte Auflistung unserer Beteiligungen und Anteile an anderen Unternehmen. Darunter befinden sich etliche Engagements, die eigentlich dem Handelsbestand zuzurechnen sind und die weit unter der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht liegen. Mit dieser Offenheit und Transparenz wollen wir ein klares Signal zur aktiven Unterstützung der Aktionärskultur geben.Ich möchte an dieser Stelle ein paar Bemerkungen zur Anlagepolitik der Allianz machen. Im Zusammenhang mit den Plänen der Regierung zur Steuerreform entstand mancherorts eine falsche Erwartung hinsichtlich unserer Portfolio-Politik. Als Kapitalsammelstelle, die das Geld von Kunden und Aktionären so rentabel wie möglich anlegt, werden wir auch in Zukunft langfristige Beteiligungen halten und neue eingehen. Diese Anlageform hat sich für uns in der Vergangenheit überdurchschnittlich rentiert, bleibt für uns hochinteressant und erfüllt im übrigen auch einen wichtigen volkswirtschaftlichen Zweck, nämlich die Bereitstellung von Kapital für unternehmerisches Wachstum. Wir werden uns also keineswegs von dieser Anlageform verabschieden. Wir werden aber in Zukunft – in der Erwartung, dass die Steuerreformpläne der Regierung sich realisieren – in unserer Portfolio-Politik generell aktiver, flexibler und somit noch renditeträchtiger agieren können. Hinzu kommt: Der Euro ermöglicht uns eine nicht mehr auf Deutschland, sondern auf Europa hin orientierte Anlagestrategie. Diese Vorteile in der Beweglichkeit und in der Eröffnung neuer Anlagespielräume werden wir nutzen, um unsere Performance weiter zu verbessern, um unser Kerngeschäft auszubauen und das excess capital zu reduzieren.
Meine Damen und Herren,damit unsere Aktionäre mit uns zufrieden sind, muss eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein. Unsere Kunden müssen es auch sein. Und wir haben uns immer verstanden als ein Unternehmen, dessen Basis vor allem das Geschäft mit Privatkunden ist. Wir sind inzwischen in 77 Ländern vertreten und bedienen rund 60 Millionen Privatkunden. Die Geschichte und der Erfolg unseres Unternehmens ist eng verbunden mit unserem Fokus auf die Kunden.Dieser Tradition und diesem Erfolg fühlen wir uns als Allianz verpflichtet und werden deshalb alle Anstrengungen unternehmen, um auch in Zukunft unsere starke Position zu halten und wenn möglich noch weiter auszubauen. Der Erfolg im Privatkundengeschäft definiert sich heute über Schnelligkeit und Zuverlässigkeit bei Serviceleistungen sowie Innovation und Qualität bei Produkten. Ich führe aus der Vielzahl der Initiativen in 1999 nur einige Beispiele an.Wir starten in diesem Jahr mit einer ganzen Reihe von Service- und Internet-Aktivitäten, auf die ich später noch einmal zurückkommen werde. Auch im Produktbereich können wir Ihnen dieses Jahr wieder innovative Schritte präsentieren. Als erster Versicherer in Deutsch-land bieten wir unseren Kunden auch international eine Patent-Haftpflichtversicherung als Schutz vor Vermögensschäden. Als einer der ersten Versicherer werden wir mit einer Haftpflichtversicherung gegen Computerschäden auf den Markt kommen. Der Computervirus „I love you“ ist uns ja allen noch in bester Erinnerung. Ich komme gleich nochmal auf dieses Produkt zurück.Als einer der ersten Versicherer bieten wir Arbeitnehmern, die für ihr Unternehmen im Ausland arbeiten, einen weltweiten Versicherungsschutz für den Krankheitsfall. Wir haben in Deutschland unsere Kfz-Versicherung mit einem Ausland-Schadenschutz erweitert. Hier profitiert der Kunde ganz unmittelbar von der internationalen Leistungsfähigkeit unserer Schadenregulierung. Im Bereich Asset Management werden wir noch im Mai mit dem innovativen Dachfondskonzept „Horizont“ auf den Markt kommen. Der Allianz Horizont Fonds besteht aus acht Teilfonds, die in unterschiedliche Investmentfonds investieren. In diesem Konzept werden erstmals in Deutschland auch Fonds enthalten sein, die von PIMCO gemanagt werden. Eine Vertriebsausweitung gemeinsamer Produkte in weitere europäische Länder ist geplant.
Meine Damen und Herren Journalisten,
dieser Saal beherbergt ein paar Hundert Reporter. Jeder Internet-User, der ein Interesse an uns hat, kann in diesem Augenblick hören und sehen, was ich sage, da wir online senden. Wer also will, kann sich selbst einen Eindruck von meinen Ausführungen verschaffen, direkt und ohne Ihre Vermittlung als Medienvertreter. Denn es gibt Menschen, die gerne direkt zur Quelle gehen, um ihr Basisbedürfnis an Information abzudecken. Sie schauen uns jetzt zu und auch diese Damen und Herren am Bildschirm möchte ich heute begrüßen. Andere lesen, hören oder sehen viel lieber Ihre Berichte, die Stories der vertrauten Redakteure bei ihrem Lieblingsmedium. Das ist auch gut so: Ich glaube, jeder von uns genießt diese Informationsvielfalt. Es ist Platz für alle, denn auch die Kundenbedürfnisse sind sehr unterschiedlich.Genauso ist es auch in unseren Kerngeschäften. Kunden wollen selber entscheiden, was für Dienstleistungen oder Produkte sie über welche Vertriebskanäle kaufen wollen, welche Informationen sie wünschen und was für einen Beratungsbedarf sie haben. Wie begegnet die Allianz der Internet-Herausforderung? Diesem Thema haben wir uns im letzten Jahr besonders intensiv gewidmet und in den vergangenen Monaten eine Reihe von Weichenstellungen vorgenommen.In einem Satz: Wir wollen mehr PS auf die Straße bringen. Und so haben wir ein 6-Punkte-Programm aufgestellt :
1.) Die Errichtung eines weltweiten Allianz Portals. Wie in der realen Welt, wird das eine Holding sein – in diesem Fall virtuell – , innerhalb derer sich die einzelnen Gruppengesellschaften für ihre spezifischen Märkte und Kunden präsentieren.
2.) Ein systematisch organisierter und kontinuierlicher Wissenstransfer innerhalb der Gruppe.
3.) Als Struktur für dieses Geschäft haben wir eine schlanke und durchsetzungsfähige e-business-Taskforce eingesetzt, um schnell und gezielt Innovationen zu implementieren und Prozesse zu treiben. Jede große Gruppengesellschaft oder Region hat einen e-commerce Koordinator benannt. Ein Gruppenkoordinator für e-commerce verantwortet die Arbeit dieses Teams. Unser Vorstand und das International Executive Committee werden regelmäßig über die Arbeit informiert.
4.) Jährliche Investitionen von dreistelligen Euro-Millionenbeträgen in technologische Plattformen, Anwendungsentwicklung, Produkt- und Serviceinnovationen.
5.) Strategische Partnerschaften mit Unternehmen der new economy. Erst vor ein paar Tagen haben wir mit Cisco, dem führenden Anbieter für Hard- und Software von Netzwerkkomponenten einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Inhalt dieser Zusammenarbeit ist die Optimierung von Intranet-Prozessen, Kundenservice sowie die Weiterentwicklung von e-commerce-Modellen je nach lokaler Marktsituation.
6.) E-business hat Priorität. Wir im Vorstand der Holding kümmern uns direkt und kontinuierlich darum, dass diese Prozesse in der Allianz Gruppe zügig vorankommen. Dabei ist die gesamte Wertschöpfungskette in unserem Blickfeld. Von den neuen Medien können unsere Aktionäre durch schlankere und kostengünstigere Abläufe profitieren, unsere Kunden durch zusätzliche Informations-, Service- und Einkaufsmöglichkeiten, unsere Mitarbeiter über Intranet durch eine schnellere und bessere Kommunikation.
Meine Damen und Herren,
Wir haben in den vergangenen Jahren innerhalb der Allianz Gruppe umfangreiche Erfahrungen im Bereich Internet gesammelt. Unter Berücksichtigung der Wünsche unserer Kunden bündeln wir nun dieses Wissen und investieren dementsprechend in neue Technologien. Unsere starken Marken erlauben es uns, gerade in der virtuellen Welt neue Kundenverbindungen zu erschließen.Auf diesem Weg wollen wir uns nicht beirren lassen. Weder von der Euphorie der vielfältigen Ankündigungen in diesem Bereich und den teilweise übersteigerten Erwartungen. Wenn es nämlich eine typische Charakteristik für das Internet gibt, so ist es die Transparenz. Bluffen funktioniert im Internet nicht. Jedermann kann in ein paar Minuten feststellen, ob sich öffentliche Versprechungen mit der Realität decken.Wir sehen die Möglichkeiten, aber auch die Risiken der neuen Technologien, und das wird Sie nicht wundern, da wir Versicherer sind. Der „I love you“-Virus hat bei uns keine gravierenden Schäden verursacht. Aber es hat sich bestätigt, dass sichere IT-Systeme eine wichtige Vorbedingung für ein erfolgreiches Agieren in diesem Bereich sind. Unser Geschäft basiert auf dem Vertrauen unserer Kunden in uns: Das erfordert einen verantwortungsvollen Umgang mit den Fragen der Sicherheit bei Transaktionen und dem Datenaustausch im Netz.Wie also ist die Position der Allianz zu Internet, e-commerce und new economy? Ich denke, am besten lässt sich unsere Einstellung hierzu als dynamisch und pragmatisch beschreiben – nach der Devise: Wir wollen nicht alles nutzen, was möglich ist, aber alles möglich machen, was nützt. Aber auch unter dieser pragmatischen operativen Devise lassen sich beachtliche Veränderungen herbeiführen. Ich möchte Ihnen aus einer Fülle von Aktivitäten in der Allianz Gruppe nur einige Beispiele zeigen, um die Handlungsspielräume deutlich zu machen. Hierbei konzentriere ich mich auf die drei Bereiche Online-Service, Business to Consumer und Business to Business.(Chart 6)1.) Online Service. Seit wenigen Monaten bieten wir in Deutschland beispielsweise den Allianz Online Service (aos) an. Obwohl wir das aos noch nicht beworben haben, sind schon über 10.000 Kunden als User registriert. Sie können über einen individuellen Zugangscode online zum Beispiel Fondsbanking betreiben oder ihren Vertrag der Lebensversicherung einsehen, dort ihre Kundendaten aktualisieren - etwa eine Adressänderung - oder einen neuen Begünstigten eintragen. Solcher Zuspruch für das Angebot des Allianz Online Service bestätigt uns in dem eingeschlagenen Weg. Fast zeitgleich hat die RAS in Italien einen sehr ähnlichen Online Service im Angebot, Twistras. 2.) Business to Consumer. In Deutschland kann man eine Risikolebensversicherung der Allianz übers Netz kaufen (www.dlvg.de), in Italien haben seit vergangenem Herbst schon 30.000 Menschen ihre Kfz-Versicherung per Mausklick bei einer RAS-Gesellschaft erworben (www.genialloyd.it), jetzt werden auch Hausratversicherungen online verkauft. In Brasilien vertreibt die AGF Standardversicherungen für Marine, Luftfahrt oder Auto über das Internet. Eine ganze Reihe von weiteren Angeboten sind momentan in allen Erdteilen in der Pipeline.3.) Business to Business. In diesem Bereich führen die Transaktionen im Netz zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Firmen, die ihre Gruppenlebensversicherungen bei Allianz Leben gezeichnet haben oder bei einer anderen Allianz Gesellschaft im Verbund für betriebliche Altersversorgung (All Net), nutzen schon heute das Internet, um einen zeitnahen Einblick in die Versicherungsdaten zu erhalten oder die Jahresabschlüsse der Geschäftsverbindung über das Internet zu prüfen. Im Schaden-, und Unfall-versicherungsgeschäft in Deutschland wird ein Geschäftsvolumen von über 1 Milliarde DM Internet-gestützt abgewickelt. Die Autohändler von Marken, mit denen wir kooperieren, holen sich die Tarifierungsmerkmale für ihre Kunden übers Netz. Im Mitarbeitergeschäft läuft zur Zeit ein Pilotprojekt hier in Deutschland bei Allianz Leben, das die innovative Technologie der Identrus Smart Card einsetzt, die es Firmenkunden erlaubt, ihre Mitarbeiterversicherungen für die betriebliche Altersvorsorge online zu verwalten. Über einen elektronischen Schlüssel und eine digitale Unterschrift kann das ständig variierende Datenmaterial im Rahmenvertrag der Firma online verwaltet werden. Fest in das Netz eingebunden sind auch alle Allianz Agenturen über das Agentur Management Information System, ein privates virtuelles Netz, das derzeit fast 40.000 Benutzer in Deutschland hat. Damit ermöglichen wir unseren Vertretern und deren Mitarbeitern, auf einer Internetplattform schneller und effizienter ihre Arbeitsprozesse zu managen. Und das sind nur einige der Beispiele aus diesem Bereich.Wir haben das virtuelle Netz überall dort straff gespannt, wo die Allianz für ihre Kunden und die Geschäftsprozesse Nutzen gewinnen kann. Das heißt für uns aber auch, dass man nicht jeden Faden spannen muss, der technisch möglich wäre. Und wir sind uns sehr wohl bewusst, dass das virtuelle Netz immer noch Lücken hat und Risiken birgt. Risiken, die wir für unsere eigenen Aktionen bedacht haben, mit denen wir aber auch unsere Kunden nicht allein lassen werden.Da unsere Firmen- und Konzernkunden Geschäfte zunehmend online abwickeln, bieten wir ab Sommer in mehreren europäischen Ländern unseren Kunden eine Haftpflichtversicherung für Internetrisiken an. Das neue Produkt ergänzt bestehende Deckungen für Betriebs- und Produkthaftpflicht um Risiken, die aus dem Business to Business Handel im Netz entstehen können. Verletzung gewerblicher Schutzrechte, Datendiebstahl und auch Hackerangriffe, für die unser Versicherungsnehmer haftet sowie die Abwehr unberechtigter Ansprüche gegen ihn, sind damit bei der Allianz versicherbar.Alle Aktivitäten, die wir aktiv im Netz umsetzen, werden schließlich unterstützt durch Beteiligungen, die die Allianz mit Unternehmen der IT Branche eingegangen ist und die – auch unabhängig vom reinen Finanzengagement – für e-business-Aktivitäten der Gruppe als Partner in Frage kommen können. Wir haben beispielsweise über die Verbindung mit VQECH, einem Anbieter für Internetzahlungsverkehr, berichtet.
Last but not least zum Thema Internet: Auch unsere Aktionäre sollen in den Genuß der Bequemlichkeiten dieses Mediums kommen. Wie Sie der Tagesordnung zu unserer nächsten Hauptversammlung in Ihrer Pressemappe entnehmen, beantragen wir – unter TOP 9 – eine Satzungsänderung, die unseren Aktionären ermöglichen soll, Bürokratie z.B. bei der Vollmachtserteilung zu vermeiden. Damit stellen wir uns schon auf künftige gesetzliche Änderungen ein, die gerade in Vorbereitung sind. Noch sind wir weit von der „virtuellen HV“ entfernt, dafür fehlen die rechtlichen Rahmenbedingungen derzeit noch. Das war erst ein Blick auf die Fäden des weltweit gespannten Netzwerkes der Allianz Group.Einige Beobachter benutzen im Zusammenhang mit der Allianz gerne das Bild von der „Spinne im Netz“ – ein oft strapazierter Vergleich. Hier, erlauben Sie mir diese Bemerkung, ist es angebracht: Die Kunden sind heutzutage die Spinnen im Netz. Sie ziehen an den entscheidenden Fäden. Zu diesem Zweck spannen wir in der Allianz Gruppe unser multilokales Netz, das es erlaubt, die Signale der Kunden einzufangen und uns auf sie einzustellen. Dabei richten sich die Angebote unserer Gesellschaften im Internet nach den lokalen Kundenwünschen und der jeweiligen Marktsituation.Die Erfahrungen, die wir online in den verschiedenen Märkten sammeln, werden wir zum einen nutzen, um Bewährtes auch in anderen Ländern und Geschäftssegmenten einzusetzen. Zum anderen werden wir in naher Zukunft die Internet - Auftritte der Gruppengesellschaften zu einem gemeinsamen „Look and Feel“ verschmelzen, wie es in der Internetwelt heißt.Denn hier können wir die wachsende Stärke der Marke Allianz nutzen, um unseren Kunden weltweit einen Einstieg in die vielfältige Allianz Welt zu ermöglichen. Damit führen wir über die Marke Allianz potentielle Kunden und Interessenten auch an unsere starken lokalen Marken heran. Wie bei unserer weltweiten Werbekampagne geleiten wir unsere stakeholder über die Brücke der Allianz Marke zu lokalen Angeboten an Information, Service und Produkten.
Meine Damen und Herren,
wenn man heute von Marken redet, kommt man nicht an einer Entwicklung vorbei, die ein kluger Beobachter als „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ bezeichnet hat. Gemeint ist damit, dass die Bekanntheit eines Unternehmens für seinen Geschäftserfolg immer wichtiger wird. Gleichzeitig wird es aber immer schwieriger, sich als Unternehmen mit seinem Profil und seiner Marke Aufmerksamkeit zu verschaffen. Damit wird die Kommunikation einer Marke – oder neudeutsch: das branding – zu einem wichtigen strategischen Wettbewerbsfaktor.Auf diese Entwicklung haben wir uns gemeinsam mit unseren Gesellschaften und deren starken lokalen Marken eingestellt und gestern Nachmittag mit dem Formel 1-Team BMW.Williams F1 einen Partnerschaftsvertrag und mit der FIA, der Fédération Internationale de l´Automobile, eine Absichtserklärung unterzeichnet .Unsere Zusammenarbeit mit diesen Partnern ist langfristig angelegt: - Sie beinhaltet globale Sponsoringaktivitäten, die unsere vor einem Jahr angelaufene internationale Image-Kampagne „The power on your side“ ergänzen und unterstützen werden, insbesondere in Märkten, in denen die Allianz und ihre Kompetenz im Risiko Management und als Versicherer noch nicht so bekannt sind wie in Deutschland.- Die Kooperation sieht auch – und das ist in der Formel 1 ein Novum – eine Zusammenarbeit im Risiko-Management vor und damit verbunden einen Wissens-Transfer zwischen dem BMW.WilliamsF1 Team und der Allianz, und hier speziell mit unserem Allianz Zentrum für Technik; Ziel ist es, gemeinsam die hohen Sicherheitsstandards in der Formel 1 und in der Industrie zu optimieren und für die Allgemeinheit nutzbar machen, also für Privat- und Industriekunden Mehrwert zu schaffen. - Wir werden offizieller Partner von Williams im Bereich Finanzdienst-leistungen, z. B. bei Versicherungen und im Asset Management. - Schließlich werden wir auch mit der FIA auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit zusammenarbeiten und hier die speziellen Kompetenzen unseres Allianz Zentrum für Technik und des Weltautomobilverbandes nutzbringend zusammenführen.Risiken erkennen, bevor sie entstehen, bevor sie sich auswirken. Wir wollen Schäden verhüten oder wenigstens in ihrer Auswirkung begrenzen. Wir wollen nicht bloß Versicherer, sondern Entwicklungspartner sein, für Sicherheit sorgen. Das ist unser Anspruch, seit Jahrzehnten.Dieses aktive Sicherheitsdenken ist für uns als einem der global führenden Anbieter von Versicherungsschutz und Risiko Management seit jeher selbstverständlich. In der Pressemappe finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema.
Ich möchte an dieser Stelle nur noch sagen: Wir freuen uns über diese Entwicklungspartnerschaft und auf die Zusammenarbeit mit dem BMW.WilliamsF1 Team und mit der FIA, dem Verband von 150 Automobilclubs in 117 Ländern.Ganz unabhängig von unserem Engagement in der Formel 1 kann man sagen: Die Allianz startet 2000 durch. Ich gebe aber zu, unser Einstieg in die Welt der Hochleistungsmotoren verführt zusätzlich zu diesem bildhaften Fazit meiner Ausführungen. Wir stehen nun gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.