Perlet: Wir sind in unserem operativen Geschäft gut unterwegs und liegen voll im Plan: Derzeit wachsen wir und zwar profitabel. In der Schaden- und Unfallversicherung haben wir die Combined Ratio - also das Verhältnis der Schaden- und Kostenaufwendungen zu den Prämien - wieder auf unter 100 Prozent senken können. Die Schadenquote verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozentpunkte auf 71,7 Prozent.
In der Lebens- und Krankenversicherung sind wir weiter stark gewachsen. Und im Bankgeschäft konnten wir den Aufwand für die Risikovorsorge stark reduzieren: von 1836 Millionen Euro auf 715 Millionen Euro. Wir haben also die Effizienz in allen Segmenten gesteigert.
Perlet: "Wir wachsen und zwar profitabel"
Helmut Perlet, Allianz Vorstand für Controlling, blickt in einem Interview auf die Leistungen und Erfolge der Allianz in den ersten drei Quartalen zurück. Er sieht die Allianz auf Ertragskurs, nennt aber auch mögliche Unwägbarkeiten.

Helmut Perlet: "Wir haben die Effizienz in allen Segmenten gesteigert"
AllianzGroup.com News: Herr Dr. Perlet, wie beurteilen Sie die Geschäftsentwicklung der Allianz Group im dritten Quartal 2003?
? Wird die Allianz Group das Geschäftsjahr 2003 positiv abschließen?
Perlet: Aller Voraussicht nach werden wir ein deutlich positives Ergebnis erzielen. Dies ist auch von Faktoren abhängig, die ich heute nicht sicher vorhersehen kann: Wir hatten in diesem Jahr beispielsweise noch keine großen Naturkatastrophen. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr durch die neuen gesetzlichen Regelungen in der Lebens- und Krankenversicherung wahrscheinlich noch steuerliche Rückstellungen notwendig werden.
Außerdem könnte ein weiter beschleunigter Abbau der Risikoaktiva aus dem nicht strategischen Portfolio bei der Dresdner Bank durch die Institutional Restructuring Unit (IRU) zusätzliche Belastungen bringen, die bei der Bank für das Gesamtjahr zu einem negativen operativen Ergebnis führen könnten. Dies gilt jedoch nicht für die fortgeführten Geschäftsbereiche der Bank. Diese werden dank erheblicher Kosteneinsparungen voraussichtlich mit Gewinn abschließen.
Last but not least könnte auch die Entwicklung an den Kapitalmärkten unserem Ergebnis noch einen Dämpfer geben.
Außerdem könnte ein weiter beschleunigter Abbau der Risikoaktiva aus dem nicht strategischen Portfolio bei der Dresdner Bank durch die Institutional Restructuring Unit (IRU) zusätzliche Belastungen bringen, die bei der Bank für das Gesamtjahr zu einem negativen operativen Ergebnis führen könnten. Dies gilt jedoch nicht für die fortgeführten Geschäftsbereiche der Bank. Diese werden dank erheblicher Kosteneinsparungen voraussichtlich mit Gewinn abschließen.
Last but not least könnte auch die Entwicklung an den Kapitalmärkten unserem Ergebnis noch einen Dämpfer geben.
? Wie stark trägt der Verkauf Ihres Anteils an Beiersdorf zum Geschäftsergebnis bei?
Perlet: Für das Ergebnis des dritten Quartals spielt der Verkauf noch keine Rolle. Den Buchgewinn aus dem Verkauf der Anteile werden wir voraussichtlich bereits im vierten Quartal verbuchen können. Das gibt uns die Möglichkeit, Restrukturierungen mit vollem Tempo voranzutreiben und den Abbau der Risikoaktiva bei der Dresdner Bank zu forcieren.
? Die Rückkehr in die Gewinnzone und der Erlös aus der Beiersdorf-Beteiligung gibt Ihnen nun wieder deutlich mehr Spielraum. Was sind Ihre strategischen Ziele?
Perlet: Wir haben wieder Fahrt aufgenommen und sind auf Ertragskurs, doch es liegen noch einige Etappen und viel harte Arbeit vor uns. Wichtig ist, dass die Ertragsverbesserungen aus dem operativen Geschäft kommen; wir wollen uns von Einflüssen aus dem Kapitalmarkt so unabhängig wie möglich machen.
Die Allianz hat sich in den vergangenen neun Monaten von 16 Randaktivitäten getrennt. Das hat fast eine Milliarde Euro an Risikokapital freigesetzt.
Bei der Dresdner Bank, dem Fireman's Fund, Allianz Global Risks und AGF in Frankreich ist derzeit noch ein Turnaround Management aktiv. Zwei dieser Gesellschaften, Allianz Global Risks und der Fireman's Fund, schreiben inzwischen wieder schwarze Zahlen. Es ist viel erreicht, wir haben aber noch einige Etappen vor uns.
Die Allianz hat sich in den vergangenen neun Monaten von 16 Randaktivitäten getrennt. Das hat fast eine Milliarde Euro an Risikokapital freigesetzt.
Bei der Dresdner Bank, dem Fireman's Fund, Allianz Global Risks und AGF in Frankreich ist derzeit noch ein Turnaround Management aktiv. Zwei dieser Gesellschaften, Allianz Global Risks und der Fireman's Fund, schreiben inzwischen wieder schwarze Zahlen. Es ist viel erreicht, wir haben aber noch einige Etappen vor uns.
? Wie wird es bei der Dresdner Bank weitergehen?
Perlet: Priorität hat auch hier zunächst einmal die Rückkehr zur Profitabilität. Zufrieden sein können wir vor allem mit den Fortschritten bei der IRU: Noch im März hatten wir angekündigt, das IRU-Portfolio bis Ende 2004 um 10 Milliarden Euro reduzieren zu wollen. Dieses Ziel ist schon heute erreicht.
Auch die ehrgeizigen Zielvorgaben bei der Reduktion der Risikoaktiva und des Risikokapitals für 2003 wurden deutlich übertroffen. Die Dresdner Bank arbeitet weiterhin an einer drastischen Reduktion ihrer Kostenbasis und einer Fokussierung auf ihre Kompetenzen als Retailbank.
Auch die ehrgeizigen Zielvorgaben bei der Reduktion der Risikoaktiva und des Risikokapitals für 2003 wurden deutlich übertroffen. Die Dresdner Bank arbeitet weiterhin an einer drastischen Reduktion ihrer Kostenbasis und einer Fokussierung auf ihre Kompetenzen als Retailbank.
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.
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