Thomas Pütter leitet seit 1998 die Private-Equity-Beteiligungsgesellschaft Allianz Capital Partners (ACP) in München. Er steht außerdem an der Spitze der direkten Private-Equity-Aktivitäten der Allianz.
David Jones ist seit Oktober 2004 für Allianz Specialized Investments in London verantwortlich. Als Teil der direkten Private-Equity-Aktivitäten der Allianz widmet sich das Unternehmen einem besonderen Anlagesegment: Ziel ist ein langfristiges Portfolio in erneuerbaren Energien, vorzugsweise Windenergie. Jones hat zuvor die global tätige Abteilung für Windkraft von Shell in weniger als vier Jahren von Null zum siebtgrößten Anbieter weltweit aufgebaut.
Allianz Specialized Investments
Frischer Wind für Energie
Die neue "Allianz Specialized Investments" wird in erneuerbare Energien investieren. Allianz.com News sprach mit ihrem Chef David Jones und mit Thomas Pütter, der die direkten Private-Equity-Aktivitäten der Allianz leitet, über die neue Einheit und ihre Pläne.
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Der Turbinenhersteller Hansen ist Teil des ACP-Portfolios
Allianz.com News: Warum hat die Allianz so großes Interesse an erneuerbaren Energien?
Pütter: Investitionen in erneuerbare Energien und insbesondere in Windenergie bieten hohe Renditen bei akzeptablem Risiko. Sie generieren pro Jahr ansehnliche Einnahmen und die Beteiligungen können längerfristig im Portfolio bleiben. Für Anlagen aus Lebensversicherungsgeldern ist das ideal.
Im Mai 2004 haben wir für die ACP die belgische Firma Hansen Transmissions übernommen. Hansen ist heute der führende unabhängige Hersteller von Getrieben für Windkraft-Turbinen und wächst beachtlich.
Das war unsere erste Berührung mit regenerativen Energien, vermittelt durch das zuständige Team der Dresdner Bank, das inzwischen zu Specialized Investments gehört. Wir haben uns im Vorfeld der Übernahme sehr intensiv mit Windkraft beschäftigt und waren davon am Ende so überzeugt, dass wir schließlich eine selbstständige Einheit für erneuerbare Energien gegründet haben.
Im Mai 2004 haben wir für die ACP die belgische Firma Hansen Transmissions übernommen. Hansen ist heute der führende unabhängige Hersteller von Getrieben für Windkraft-Turbinen und wächst beachtlich.
Das war unsere erste Berührung mit regenerativen Energien, vermittelt durch das zuständige Team der Dresdner Bank, das inzwischen zu Specialized Investments gehört. Wir haben uns im Vorfeld der Übernahme sehr intensiv mit Windkraft beschäftigt und waren davon am Ende so überzeugt, dass wir schließlich eine selbstständige Einheit für erneuerbare Energien gegründet haben.
? In welchen Bereichen wollen Sie investieren?
Jones: Wir konzentrieren uns vornehmlich auf Windkraft. Bei den Anlageformen sind wir überhaupt nicht festgelegt: Das kann vom großvolumigen Investment in Windparks über die Finanzierung einzelner Objekte bis hin zu Optionen auf zukünftige Projekte gehen.
? Wann werden Sie das erste Investment bekannt geben?
Jones: Wir arbeiten an einer Reihe hoch interessanter Angebote in ganz Europa und analysieren jedes einzelne extrem sorgfältig. Die erste Investition könnte noch vor Jahresende unter Dach und Fach sein, aber wir stehen nicht unter Druck und sind sehr flexibel. Nur in einem Punkt sind wir kein bisschen flexibel: die Qualität des Investments.
? Wessen Gelder legen Sie an?
Pütter: Die kommen allesamt von Unternehmen der Allianz Gruppe; Specialized Investments wird sich auf eine breitere, internationalere Anlegerbasis als ACP stützen können. Das war einer der Gründe dafür, eine selbstständige Einheit zu schaffen. Insgesamt eine ziemlich aufregende Sache, das Interesse innerhalb der Gruppe ist riesig.

Thomas Pütter: "Wir bieten eine im Markt einmalige Kombination von Größe, Kompetenz und Flexibilität"
? Um welche Größenordnung geht es?
Pütter: Die Allianz Gruppe will innerhalb der nächsten fünf Jahre 300 bis 500 Millionen Euro anlegen. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: ACP hat bisher rund zwei Milliarden Euro investiert und das ist wiederum nur ein Bruchteil der Assets der Allianz Gruppe insgesamt im Wert von fast 500 Milliarden Euro.
Jones: Die durchschnittliche Investitionssumme je Projekt könnte zwischen 50 und 100 Millionen Euro liegen. Aber wir wären durchaus auch an größeren Portfolios mit rund 200 bis 250 Millionen Euro interessiert.
Pütter: Wenn die Sache gut läuft - und davon bin ich überzeugt -, dann werden aus der Allianz Gruppe bestimmt noch weitere Gelder fließen.
Jones: Die durchschnittliche Investitionssumme je Projekt könnte zwischen 50 und 100 Millionen Euro liegen. Aber wir wären durchaus auch an größeren Portfolios mit rund 200 bis 250 Millionen Euro interessiert.
Pütter: Wenn die Sache gut läuft - und davon bin ich überzeugt -, dann werden aus der Allianz Gruppe bestimmt noch weitere Gelder fließen.
? Was macht Sie als Investor attraktiv?
Jones: Unser Ziel ist es, als Finanzinvestor die erste Wahl zu sein. Viele langfristig orientierte Industrieinvestoren suchen Finanzpartner, und wir wollen, dass sie gleich an uns denken. Dazu trägt der gute Ruf des Unternehmens ebenso bei wie unser kompetentes und integres Team.
Pütter: Die Leistung eines Finanzpartners zeigt sich vor allem in drei Dingen: Finanzvolumen, Kompetenz und Flexibilität.
Wir können sehr flexibel investieren und maßgeschneiderte Anlageformen bieten. Vereinfacht ausgedrückt: Anders als ein Investmentfonds muss die Allianz Gruppe nur sicherstellen, dass das Risiko-Renditeprofil stimmt. Fonds sind immer an Regeln gebunden, die einen Kompromiss zwischen verschiedenen Investoreninteressen herstellen – wir nicht.
Wir bieten eine im Markt einmalige Kombination von Größe, Kompetenz und Flexibilität und sollten daher in der Lage sein, zum Partner der Wahl zu werden.
Pütter: Die Leistung eines Finanzpartners zeigt sich vor allem in drei Dingen: Finanzvolumen, Kompetenz und Flexibilität.
Wir können sehr flexibel investieren und maßgeschneiderte Anlageformen bieten. Vereinfacht ausgedrückt: Anders als ein Investmentfonds muss die Allianz Gruppe nur sicherstellen, dass das Risiko-Renditeprofil stimmt. Fonds sind immer an Regeln gebunden, die einen Kompromiss zwischen verschiedenen Investoreninteressen herstellen – wir nicht.
Wir bieten eine im Markt einmalige Kombination von Größe, Kompetenz und Flexibilität und sollten daher in der Lage sein, zum Partner der Wahl zu werden.

David Jones: "Nur in einem Punkt sind wir kein bisschen flexibel: die Qualität des Investments"
? Welche Länder finden Sie besonders interessant?
Jones: Viele Märkte sind interessant. In Spanien, das schon relativ weit ist, unterstützt die Regierung nach wie vor Windenergie und der Markt wächst weiter. In Frankreich und Griechenland steht die Windenergie ganz am Anfang und beide Länder haben viel Potenzial. Auch in Italien und Großbritannien sind die Aussichten ausgesprochen gut, besonders in Großbritannien, weil hier an vielen Stellen die Windverhältnisse optimal sind. In all diesen Ländern unterstützen die Regierungen den Ausbau von Windenergie.
Pütter: Der deutsche Markt ist als Vorreiter in Sachen Windkraft bereits ziemlich gesättigt. Trotzdem werden nach wie vor große Kapazitäten aufgebaut und das wird noch einige Jahre anhalten. Ich persönlich glaube, dass wir auch in Deutschland investieren werden.
Aber wir sind nicht angetreten, um uns auf Deutschland zu beschränken. Richtig interessant sind andere europäische Länder und Amerika.
Pütter: Der deutsche Markt ist als Vorreiter in Sachen Windkraft bereits ziemlich gesättigt. Trotzdem werden nach wie vor große Kapazitäten aufgebaut und das wird noch einige Jahre anhalten. Ich persönlich glaube, dass wir auch in Deutschland investieren werden.
Aber wir sind nicht angetreten, um uns auf Deutschland zu beschränken. Richtig interessant sind andere europäische Länder und Amerika.
? Was erwarten Sie vom US-Markt?
Pütter: Dort wurden gerade die Steuererleichterungen für mit Windkraft erzeugten Strom um zwei Jahre verlängert, und das bedeutet, dass der Markt geradezu explodieren wird. Wir beobachten ihn, bräuchten aber Investitionen in Dollar, da wir kein Wechselkursrisiko eingehen wollen.
? Wer gehört Ihrem Team an?
Jones: Angefangen haben wir mit einer kleinen Kerntruppe von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Seither habe ich einen ehemaligen Analysten von der Standard Chartered Bank eingestellt und konnte drei hochrangige Führungskräfte für Specialized Investments gewinnen: einen früheren Kollegen von Shell WindEnergy sowie je einen Manager von dem führenden Windpark-Betreiber Renewable Energy Systems und von Eurus Energy, dem weltweiten Windkraft-Entwickler aus Japan.
Angestrebt ist ein zehnköpfiges Team mit handverlesenen Fachleuten. Mehr sind für die erste Entwicklungsphase nicht notwendig.
Angestrebt ist ein zehnköpfiges Team mit handverlesenen Fachleuten. Mehr sind für die erste Entwicklungsphase nicht notwendig.
? Wollen Sie nur in Windkraft oder auch in andere regenerative Energien investieren?
Jones: Wir behalten Wasserkraft oder Solarenergie auf jeden Fall im Blick und werden auch investieren, falls sich eine günstige Gelegenheit bieten sollte. Aber den Schwerpunkt bildet die Windkraft, zumindest in den nächsten Jahren.
Denn bei den anderen erneuerbaren Energien ist noch unklar, wohin die Reise technisch gesehen geht. Sowohl Solarstrom als auch Wellenenergie – Strom aus dem Wellengang im Meer – beispielsweise erleben derzeit eine stürmische, aber sehr uneinheitliche Entwicklung. Bei den Windturbinen haben sich die drei Rotorblätter um eine horizontale Achse auch erst durchsetzen müssen. Wenn sich Vergleichbares in den anderen Technologien abzeichnet, dann kann das für uns sehr interessant werden.
Denn bei den anderen erneuerbaren Energien ist noch unklar, wohin die Reise technisch gesehen geht. Sowohl Solarstrom als auch Wellenenergie – Strom aus dem Wellengang im Meer – beispielsweise erleben derzeit eine stürmische, aber sehr uneinheitliche Entwicklung. Bei den Windturbinen haben sich die drei Rotorblätter um eine horizontale Achse auch erst durchsetzen müssen. Wenn sich Vergleichbares in den anderen Technologien abzeichnet, dann kann das für uns sehr interessant werden.
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