Die Familie Messer bleibt weiterhin mit 33,3 Prozent beteiligt. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden sowie der abschließenden Prüfung von Finanzierungs- und Steueraspekten. Ein Abschluss der Transaktion ist im ersten Quartal 2001 zu erwarten. Über die finanziellen Einzelheiten wurde Stillschweigen vereinbart.
Mit der geplanten Transaktion vollzieht der deutsch-französische Pharmakonzern Aventis die bereits angekündigte Absicht, die Mehrheitsbeteiligung an Messer Griesheim abzugeben. "Diese Transaktion ist ein weiterer Schritt im Zuge unserer strategischen Konzentration auf unser Kerngeschäft Pharma. Nachdem wir kürzlich bereits die Abgabe unseres 50 Prozent Anteils an der Wacker-Chemie bekannt gegeben haben, dokumentieren wir mit dieser Vereinbarung erneut unsere Trennung von dem Industriegeschäft", erklärte Patrick Langlois, Finanzvorstand der Aventis. "Hinzu kommt, dass wir mit den Erträgen aus dieser Desinvestition sowie mit der Dekonsolidierung der Schulden an Messer eine deutliche Reduzierung der Schuldenposition von Aventis in 2001 erreichen werden", führte Langlois weiter aus.
Messer Griesheim ist auf die Herstellung von industriellen Gasen spezialisiert und gehört in diesem Markt weltweit zu den führenden Anbietern. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 1999 einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro. Die Gesellschaft wurde 1898 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Die Messer Gruppe ist in 55 Ländern mit rund 10.000 Mitarbeitern vertreten. "Die Unternehmensleitung der Messer-Gruppe begrüßt den Eigentümerwechsel. Mit der Unterstützung des neuen Gesellschafterkreises wird sie die Konsolidierung der Gruppe tatkräftig vorantreiben und die Position von Messer als eines der führenden Industriegaseunternehmen stärken", kommentierte Klaus-Jürgen Schmieder, Vorsitzender der Geschäftsführung von Messer.
Allianz Capital Partners und Goldman Sachs Funds werden die Rolle von Finanzinvestoren einnehmen und sich im Rahmen ihrer Investitions-Aktivitäten indirekt an Messer Griesheim über eine neue Gesellschaft
beteiligen. "Ich freue mich, dass es gelungen ist, Allianz Capital Partners und Goldman Sachs Funds als Mitgesellschafter zu gewinnen. Für die geplante und notwendige Neuorientierung der Geschäftsaktivitäten von Messer Griesheim haben das Management, Allianz Capital Partners und Goldman Sachs Funds unsere Unterstützung", erklärte Stefan Messer, Sprecher der Familie Messer, der auch der Geschäftsleitung des Unternehmens angehört.
Mit dem geplanten Eigentümerwechsel ist eine Repositionierung von Messer Griesheim verbunden. Das Unternehmen wird sich künftig auf das Geschäft mit Gasen und moderner Gastechnologie in Europa und den USA konzentrieren. Gezielte Umstrukturierungen sollen es Messer Griesheim ermöglichen, das Geschäft künftig auf lukrative und profitable Märkte zu fokussieren. "Als Finanzinvestor begleiten wir das traditionsreiche Unternehmen auf seinem Weg, sich neue Entwicklungschancen und Wachstumsperspektiven zu eröffnen", sagte Stefan Sanne, der für die Transaktion verantwortliche Geschäftsführer von Allianz Capital Partners.
Allianz Capital Partners (ACP) wurde 1998 gegründet, um sich auf dem für die Allianz AG neuen Tätigkeitsfeld der Private Equity-Beteiligungen zu engagieren. Mit einem Team von erfahrenen Finanz-, Börsen- und Industrieexperten verwaltet und investiert ACP keine Fremdgelder, sondern legt ausschließlich Vermögen der Allianz Gruppe an. ACP hat seit Bestehen Investitionen von mehr als 1 Milliarde Euro getätigt, wozu unter anderem Beteiligungen an Fairchild Dornier (Flugzeughersteller), an der Tank und Rast AG (Autobahnraststätten) und an Schmalbach-Lubeca (Verpackungsmittelhersteller) gehören. Die Rolle von ACP ist dabei die eines Finanzinvestors, der eine weitere Form der Kapitalanlage für die Aktionäre und Kunden der Allianz AG wahrnimmt und in Erwartung attraktiver Renditen den unterstützten Firmen unternehmerische Schritte ermöglicht, die anderweitig nicht durchzuführen wären.
ACP plant Mehrheitsübernahme von Messer Griesheim
Allianz Capital Partners (ACP), die Private Equity Gesellschaft der Allianz AG, und Goldman Sachs Funds haben unter Mitwirkung der Messer Industrie GmbH am 31. Dezember 2000 vereinbart, 66,6 Prozent der Messer Griesheim GmbH von Aventis zu erwerben.