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Anlässlich des Nachhaltigkeitsgipfels in Johannesburg (26. August bis 4. September 2002) ist das Thema zur Zeit in aller Munde. Auch Anleger richten ihre Investitionen zunehmend an ökologischen und sozialen Zielen aus. Die Allianz gehört zu den Vorreitern.
Allianz Group
München, 21.08.2002
  Illustratives Bild

Für Astrid Zwick bedeutet Nachhaltigkeit mehr als Umweltschutz: "Es geht um Zukunftsfähigkeit"

Der weltweite Boykott gegen den Ölkonzern Shell in den 90er Jahren, unter anderem wegen seiner Firmenpolitik in Nigeria, machte es mehr als deutlich: Die Marktstellung eines Unternehmens hängt nicht mehr allein von ökonomischen Indikatoren ab, sondern auch davon, ob soziale und ökologische Belange berücksichtigt werden.

Das Konzept der »Nachhaltigen Entwicklung« mit ihren ethischen und ökologischen Aspekten – englisch "Sustainable Development" –, hat seither zunehmend Eingang ins Wirtschaftsleben gefunden. Als Anleger sind davon nicht zuletzt Versicherungsunternehmen betroffen – vor allem dann, wenn Fragen der nachhaltigen Entwicklung Einfluss auf den Ertrag und das Risiko des Kapitaleinsatzes haben.
Nachhaltigkeit liegt im Wesen einer Versicherung
»Nachhaltigkeit liegt im Wesen einer Versicherung«, erklärt Astrid Zwick vom Allianz Zentrum für Technik (AZT). »Sie dient der Zukunftsfähigkeit.« Unternehmen müssten neben den Interessen der Gesellschaft und der nachfolgender Generationen aber auch die kurzfristigen Gewinnerwartungen der Aktionäre berücksichtigen.

»Ein Konflikt, der nicht völlig aufzulösen ist«, wie die Geologin einräumt, die fünf Jahre lang die EU-Kommission auf dem Gebiet der Klimapolitik beraten hat und jetzt seit zweieinhalb Jahren für die Allianz tätig ist.

Dennoch verfügen Finanzdienstleister wie die Allianz durchaus über Steuerungspotenzial – zum einen durch ihre Anlagepolitik, zum anderen, indem sie auf Kunden einwirken, ökologische und soziale Aspekte in ihre Geschäftstätigkeit einzubeziehen.

Und dieses Potenzial setzt die Allianz gezielt ein – schon aus Eigeninteresse: Als einer der weltweit größten Investoren steht sie ständig im Fokus der Öffentlichkeit. Ihr Image wird nicht zuletzt davon bestimmt, ob sie als ein Unternehmen wahrgenommen wird, das seine gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt. Davon hängt viel ab – vom Identifikationsgrad der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen bis hin zum Aktienkurs an der Börse.
Motor für nachhaltige Entwicklung werden
Vor anderthalb Jahren wurde unter Leitung von AZT-Geschäftsführer Lutz Cleemann das Strategie-Team »Sustainability« ins Leben gerufen, in dem neben der Allianz und der Dresdner Bank auch die französische AGF, die italienische RAS und der US-amerikanische Fireman's Fund vertreten sind.

Henning Schulte-Noelle hatte zuvor deutlich gemacht, in welche Richtung es gehen soll: »Wir wollen auf internationaler Basis zu einem wichtigen Motor für nachhaltige Entwicklung werden«, so der Allianz Chef.

Ein Schritt auf diesem Weg war im letzten Jahr die Aufnahme der Allianz in den weltweiten Dow Jones Sustainability Group Index und in Europa in den Dow Jones Sustainability STOXX Index. Beide bewerten Unternehmen anhand wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Kriterien. Daneben wurde die Allianz in den Sustainability Index der Financial Times (FT4GOOD) sowie in zehn verschiedene Sustainability Funds aufgenommen.

Jedes Jahr wird geprüft, ob die gelisteten Unternehmen den hohen Anforderungen noch gerecht werden. Dabei geht es nicht nur um ihre Öko-Bilanz, sondern auch darum, ob sie illegale Geschäftspraktiken anwenden, von Menschenrechtsverletzungen wie etwa der Kinderarbeit profitieren, oder auch wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen.
Nachhaltigkeit entscheidender Erfolgsfaktor
»Nachhaltigkeit ist in der Geschäftswelt zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden«, sagt STOXX-Index-Geschäftsführer Scott Stark. Sie sei ein entscheidender Hebel für die Steigerung des Shareholder Value.

Aus Erfahrung weiß Astrid Zwick, die die Aktivitäten des Strategie-Teams von München aus koordiniert, dass global operierende Unternehmen oft mehr bewirken können als die Politik. Der Verband der britischen Versicherungswirtschaft zum Beispiel hat sich im Oktober letzten Jahres auf soziale, ethische und ökologische Richtlinien verständigt, an denen sich die Unternehmen orientieren sollen.

Seit gut einem Jahr gelten in Großbritannien und seit Januar auch in Deutschland gesetzliche Regelungen, die Unternehmen zur Auskunft darüber verpflichten, ob und wie soziale, ethische und ökologische Kriterien bei der Vermögensanlage ihrer Pensionsfonds berücksichtigt werden. Ähnliche Bestrebungen gibt es inzwischen auch EU-weit, wo kürzlich erst ein Weißbuch zur "Corporate Social Responsibility" erschienen ist.
Breites Sortiment an Öko-Finanzprodukten
Und die Entwicklung geht weiter. Fachleute rechnen für die Zukunft mit der Schaffung eines breiten Sortiments an kundenorientierten Öko-Finanzprodukten und der verstärkten Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Anlagepolitik. Mit ihrem Strategie-Team »Sustainability« bereitet sich die Allianz auf diese Entwicklungen vor.

Untätig war sie auch bislang nicht: Die Allianz ist Gründungsmitglied des Forums »Nachhaltige Entwicklung« des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), und Allianz Chef Schulte-Noelle hat Sitz und Stimme im World Business Council for Sustainability (WBCSD) in Genf. Eine Organisation, in der die führenden Köpfe von 150 internationalen Konzernen aus mehr als 30 Staaten vertreten sind und die sich dem Grundsatz der Nachhaltigkeit verschrieben hat, was Wirtschaftswachstum, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit umfasst.

Außerdem fördern seit vielen Jahren zahlreiche Gruppengesellschaften der Allianz in ihren Ländern Umwelt- und Sozialprojekte. Neu ist nur die gemeinsame Koordination der Aktivitäten und ein gruppenweites Konzept.

Dieses wird sich demnächst auch auf der Website der Allianz niederschlagen: Ein eigener Internetauftritt, auf dem sich Investoren, Analysten und andere Interessenten zur Nachhaltigkeitsperformance der Allianz informieren können, geht in den nächsten Wochen online. Astrid Zwick: "Transparenz ist ein wichtiger Teil unseres Nachhaltigkeitskonzepts."


Dieser Text ist die überarbeitete Version eines Artikels von Frank Stern aus dem Allianz Journal 2/2002.


Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

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KONTAKT FÜR PRESSE
Antje Terrahe
Allianz Group
+49.89.3800-18474
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